etwas, was mich stärkt und hebt und im Wollen befestigt.Ich bedarf solchen geistlichen Zuspruchs jetzt mehr alsje. — Ich bin
mit Freundschafts-Ergebenheit
H. Heine.
145. An Varnhagen von Ense.
Hamburg, den 27. Februar 1830.
Lieben Freunde! In diesem schändlichen Ultra-winter, wo jeder honetter, liberaler Mensch krank war,habe auch ich sehr gelitten; ich bin jetzt wieder auf dieBesserung, nachdem ich vier Wochen lang mich von Blut-igeln, spanischen Fliegen, Apothekern und bedauerndenFreunden quälen lassen. Ich warf viel Blut, und daich aus der Literaturgeschichte wußte, was dergleichenbei Versifercn zu bedeuten hat, so wurde ich ängstlich undhabe mir aus Angst alle poetischen Gefühle und noch vielmehr alles Protestieren streng untersagt. Mit der Poesieist es also aus; hoffentlich aber werde ich deshalb um soprosaisch länger leben. In jener kranken Zeit hat mirauch Ihr und Frau von Varnhagens letzter Brief rechtwohl getan; denn wenn auch meine Buchangelegenheiten,insofern wie sie zur Publikumsache werden, mich imGrunde wenig affizicren, so haben sie doch in Privatver-hältnissen manches hervorgebracht, oder bringen's nochhervor, was mir viel crevecoeur verursacht. Alle meineVerhältnisse verschieben sich aufs unleidlichste, und danoch nicht alle Folgen meines Buches zur Erscheinunggekommen, so kann ich vielleicht erst diesen Sommermeine eigne Stellung in der Welt begreifen. Nichtsdesto-
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