habe ich bis jetzt keinen Brief erhalten und nur meineGutmütigkeit hält mich noch davon ab, hierin eine Be-leidigung zu sehen . . .
136. An Moses Moser.
Helgoland, den s. Ungnst 18SS.
Da eben ein Schiff nach Hamburg abgeht, kann ichnicht unterlassen. Dir einige freundliche Grüße nach demKontinent hinüberzuschicken. Ich habe mich, nach einemkleinen Secsturm, glücklich hierhergefunden, wo ich michwohl und heiter auf dem roten Felsen ergehe. Ich be-finde mich in der Tat recht wohl und heiter. DasMeer ist mein wahlverwandtes Element, und schon seinAnblick ist mir heilsam. Ich bin, jetzt fühl' ich es erst,unsäglich elend gewesen, als ich mich in Berlin befand;Du hast gewiß darunter leiden müssen. Ein melancho-lischer Freund ist eine Plage Gottes. Hoffentlich treffenDich diese Zeilen in vollem Wohlsein. Schreib mirhierher: an Dr. H. H. bei Brother Nittels in Helgolandin der Nordsee.
Alle Okeaniden lassen Dich grüßen. — Ich wünschte,Du sähest mal das Meer; vielleicht begriffest Du dieWollust, die mir jede Welle einflößt. Ich bin ein Fischmit heißem Blute und schwatzendem Maule; auf demLande befinde ich mich wie ein Fisch auf dem Lande. Auchdie Seehunde lassen Dich grüßen. Eine weiße Möwe,die ich gestern kennen lernte, läßt stch erkundigen, obGans' sein Buch fertig ist? Leb wohl, es gibt wenigPapier auf Helgoland.
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