einem Lande kommt, wo man die lebende Sprache unddas lebende Volk nicht versteht und statt dessen ganzgenau die Sprache kennt, die vor einem Jahrtausenddort geblüht und, längst verstorben, nur noch von mitter-nächtlichen Geistern geredet wird, eine tote Sprache.
Indessen, es gibt eine Sprache, womit man vonLappland bis Japan bei der Hälfte des menschlichenGeschlechtes ssch verständlich machen kann. Und es istdie schönere Hälfte, die man par excellence das schönereGeschlecht nennt. Diese Sprache blüht in Italien ganzbesonders. Wozu Worte, wo solche Augen mit ihrerBeredsamkeit einem armen Tcdesco so tief ins Herzhineinglänzen, Augen, die besser sprechen als Demosthenesund Cicero, Augen — ich lüge nicht — die so groß sindwie Sterne in Lebensgröße.
<JuanU on parle clu loup, il estclerriere nous. Ebenkömmt meine schöne Wäscherin, und ich muß aufhörenmit meinem eigenen Gewäsche. Adieu, Dichter des „Bcli-sars!" Ich denke oft an Sie, wenn ich Lorbeerbäumesehe, und je mehr ich an Sie denke, desto mehr muß ichSie lieben.
127. An Moses Moser.
Bagni di Lucca, den K. September 18L8.
Diesen Brief erhältst Du aus den Bädern vonLucca, wo ich jetzt bade, mit schönen Frauen schwatze,die Apenninen erklettere und tausenderlei Torheiten be-gehe. Ich hätte Dir viel zu schreiben, aber ich sehe ebenmit Entsetzen, daß das Papier fließt. — Ich werde noch
335