Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
325
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geistreicher Mensch, man mag sagen, was man will.Vielleicht weil a l l e so erbittert gegen ihn sind, fasse ichihn auf als Erscheinung. Auch erinnere ich Sie, wennSie an mein Buch der Lieder mal mit dem Rezensier-niesser kommen, mich nicht zu skalpieren. Sind Sie nochgar nicht dran gekommen und haben keine Zeit, so würdeBörne solche Arbeit gern übernehmen. Was IhreZlnfrage in betreff meiner Verhältnisse zu Cotta betrifft,so kann ich kurz andeuten, daß ich mich für all seine lit.Znstitute interessieren soll und ganz besonders mit Lind-ncr die Redaktion derPolitischen Annalen" zu führenhabe. Dieser letzteren habe ich mich unterzogen, allesandere Redigieren u. dergl. habe ich abgelehnt. So auchdas Mitredigieren desAuslandes", um das ich mich nurbeiläufig bekümmere. Cotta hält viel auf mich, folgtmir, wo ich ihm rate (ich gehöre zum literarischen Staats-rat), und bin ganz mit ihm zufrieden, und er wird immerUrsache haben, es mit mir zu sein, da ich wenig versprecheund immer mein Versprechen halte. Ich halte ihn füreinen sehr edlen Menschen, für wahrhaft liberal, unddaher werde ich mit ihm fertig. Auch Frau von Cottabehandelt mich gütig. Mit meinen Mitbrillanten allhiersiehe ich sehr gut, da alle sehen, daß ich mit ihren Wün-schen und Bestrebungen nie kollidiere und keine Ansprüchegeltend mache. Auch wegen meiner Krankheit bin ichein Solitär unter diesen Brillanten; wenig Zusammen-leben mit Kolb, Mcbold, Hermes, obgleich sie mir sehrgut gefallen. Letzterer hat einen geweckten Kopf, ver-dient mehr Anerkennung, als er bisher gefunden, soll (?)aber sehr vorlaut sein. Das Leben hier ist sehr an-genehm, und wenn Sie eine gute Brust haben und sonst

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