Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
309
Einzelbild herunterladen
 

der freudigsten Art; es tat mir leid, daß Ihr Talent stchnach jener Nachtseite der Poeste gewendet, die Hoffmannschon so leuchtend dargestellt. Eine leuchtende Nacht-seite! Ich habe hier viel Umgang mit Jrländern, undjedes Wort wird mir unter der Feder zum irländischenBull.

Lassen Sie Hoffmann und seine Gespenster, die umso entsetzlicher find, da ste am hellen Mittag auf demMarkte spazieren gehen und sich wie unsereiner betragen.Und ich bin es, Heine ist es, der Ihnen diesen Rat gibt.Und ich gebe auch zugleich das Beispiel, wie man sichaus jener Tiefe an den eigenen Haaren wieder herauf-zieht. Ich bin jetzt oben, nämlich auf dem east-clisfzu Ramsgate, und sitze auf einem hohen Balkon, undwährend ich schreibe, schaue ich hinab auf das schöneweite Meer, dessen Wellen den Felsen hinanklimmen undmir die freudigste Musik ins Herz rauschen. Ich sageIhnen das, damit Sie wissen, daß mein guter Rat auseiner schönen, gesunden Höhe herabkommt. Ja, schickenSie mir Ihre Produkte, und ich will gern meine Meinungsagen. Schicken Sie sie unter der Adresse: an H. H.Dr. jur. abzugeben bei Hoffmann ck Campe in Hamburg.Ich bin im Begriff, England, wo ich seit April gelebt,wieder zu verlassen, Brabant und Holland zu durch-streifen und nach einigen Monaten nach Deutschlandzurückzukehren. - Gern will ich Ihnen bei Ihrem Debütins Publikum behilflich sein. Ich rate Ihnen, nichtunter eigenem Namen aufzutreten, und es ist ratsam,daß Sie die Produkte, die Sie für den ersten Druck be-stimmt, nicht Ihren guten Freunden vorher mit-teilen. Letztere können Ihnen auf keinen Fall nützen und

309