und wird Dir gewiß gefallen. Ich habe eine ganz neueBahn darin gebrochen, mit Lebensgefahr. Auch den reinfreien Humor Hab' ich in einem selbstbiographischenFragment versucht. Bisher Hab' ich nur Witz, Ironie,Laune gezeigt, noch nie den reinen, urbehaglichen Humor.Auch soll der zweite Band eine Reihe Nordsee-Reisebriefeenthalten, worin ich von „allen Dingen und von nocheinigen" spreche. Willst Dumir nicht einige neue Ideen dazuschenken? Ich kann da alles brauchen. FragmentarischeAussprüche über den Zustand der Wissenschaften inBerlin oder Deutschland oder Europa — wer könnte dieleichter hinskizzieren, als Du? Und wer könnte sie besserverweben als ich? Hegel, Sanskrit, Or. Gans, Sym-bolik, Geschichte, — welche reiche Themata! Du wirstes nie bequemer bekommen; und ich seh' voraus, Duwirst nie ein ganzes Buch schreiben, und keins, was gleichdie ganze Welt liest. Es ist nicht so sehr die Lust, michmit Deinen Federn zu putzen, sondern mehr der liebevolleZug, Dich geistig in mein geistigstes Wesen aufzunehmen,Dich, den gleichgesinntesten meiner Freunde. Willst Duaber über jene Themata etwas Abgeschlossenesschreiben, z. B. einen ganzen wichtigen Brief, so will ichihn — versteht sich ohne Dich zu nennen — als fremdeMitteilung in dem zweiten Teile meiner „Reisebilder"aufnehmen. Du kannst ja sebr populär schreiben, wennDu nur willst. Und meine Diskretion verbürge Dirmein Ehrenwort. Denk darüber, und sag mir DeinenWillen. Es ist eine Lieblingsidee von mir seit acht Tagen,und ich möchte nicht, daß Du sie ganz gleichgültig vonder Hand wiesest.
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