mich gar nicht. Lüneburg ist nicht an einem Tage gebaut.Und Lüneburg ist noch lange nicht Rom. Ich wollteCampens Bücher durch Deinen Bruder retour schicken;doch derselbe ist abgereist, ehe ich dazu kam, mich zu ihmhinzuschleppen. Ich habe ihn aber doch kennen gelernt,und er gefällt mir sehr gut. — Mit Christian! verkehreich hier wie gewöhnlich; er ist mir von allen Freunden derbequemste. — Campe laß ich sehr bitten, mir das Blattdes „Mitternachtsblattes", worin meiner erwähnt wird,zukommen zu lassen; ich Hab' es nicht gelesen. DenSchneidergesellen hat mir Christian! zu lesen gegeben;hat mich ziemlich amüsiert. — Grüß mir Zimmermann.— Mit meinem Bruder Hab' ich viel von Dir ge-sprochen. — Schreib mir bald. — Auch Campe grüß mir.Campe schreibt einen ganz allerliebsten Briefstil. Erkönnte sich wahrhaftig seine „Reisebilder" selbst schreiben;man darf's ihm nur nicht sagen, sonst werde ich über-flüssig. — Hast Du nicht gehört, ob der schwarze Unge-henkte noch viel über mich herumgelogen? Überhauptwäre es mir lieb, wenn ich bestimmt wüßte, gegen welcheLeute er gedroht hat, mich prügeln zu lassen. Das ist mirsehr wichtig; für die Folge. Denk daran. >lL. Ichunterstreiche selten.
Und nun lebe wohl, behalte mich lieb und sei über-zeugt, daß mein Herz Repressalien gegen Dich gebraucht.
105. An Moses Moser.
Lüneburg, den 14. Oktober 182«.
Herzinniger Unmut war schuld, daß ich zu Nor-derney meinen Brief an Dich nicht ausschrieb. Wozu
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