schlecht, und hat es als Liederdichter wohl ein Ende, unddas mögen Sie selbst fühlen. Die Prosa nimmt mich aufin ihre weiten Arme, und Sie werden in den nächstenBänden der „Reisebilder" viel prosaisch Tolles, Herbes,Verletzendes und Zürnendes lesen; absonderlich Pole-misches. Es ist eine gar zu schlechte Zeit, und wer dieKraft und den freien Mut besitzt, hat auch zugleich dieVerpflichtung, ernsthaft in den Kampf zu gehen gegendas Schlechte, das sich so aufbläht, und gegen dasMittelmäßige, das sich so breit macht, so unerträglichbreit.
Ich bitte, bleiben Sie mir gewogen, werden Sie nieirre an mir, und laßt uns in gemeinschaftlichem Strebenalt zusammen werden. Ich bin eitel genug, zu glauben,daß mein Name einst, wenn wir beide nicht mehr sind, mitdem Ihrigen zusammen genannt wird — darum laßt unsauch im Leben liebevoll verbunden sein. Ich will nichtüberlesen, was ich an Sie geschrieben; ich habe nur derFeder raschen Lauf gelassen, während ich an Sie dachte,und ich liebe Sie zu sehr, um lange zu überdenken, ob ichIhnen zu wenig oder zu viel sage.
S8. An Moses Moser.
Norderney, den 8. Juli 1826.
An meinem langen Stillschweigen haben die Götterschuld. Ihnen schütte ich jetzt alles in die Schuhe. Esist das Bequemste.
Oft, zehntausend oft würde der Chinese sagen, denkich an Dich, und es soll auch nicht lang dauern, bis ichDich wiedersehe von Angesicht zu Angesicht. Ich will
273