Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
264
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Bitte, das beifolgende Buch unserer lieben, guten, edlenFriederike in meinem Namen zu überreichen und ihr rechtviel Schönes dabei zu sagen. Der eigentliche Brief, denich Ihnen zu schreiben habe, soll nächstens folgen, und ichwill Ihnen darin recht breit erzählen, wie es mir geht, wieich lebe, was ich schreibe, und was ich nicht schreibe.Nur so viel vorderhand: mit meiner Gesundheit bessertes sich immer mehr, und die Luft hier ist mir besonderswohltätig. Meine äußeren Verhältnisse sind immer nochdieselben, es hat mir noch immer nicht gelingen wollen,mich irgendwo einzunisteln, und dieses Talent, welchesInsekten und einige hiesige Ooctores juris in hohemGrade besitzen, fehlt mir ganz und gar. Meinen Plan,hier zu advozieren, habe ich deshalb aufgeben müssenaber glauben Sie nur nicht, daß ich so bald von hierweggehe; es gefällt mir hier ganz ausnehmend gut; esist hier der klassische Boden meiner Liebe, alles siehtmich an wie verzaubert, viel eingeschlafenes Leben er-wacht in meiner Brust, es frühlingt wieder in meinemHerzen, und wenn die alte Kopfkrankheit mich ganz ver-läßt, so dürfen Sie noch recht viel gute Bücher von mirerwarten. Wenn auch meine äußere Lage peinlichist, so schützt mich doch der Ruhm vor aller Antastung.Leider, und ich gestehe es mir selber, wird dieser Ruhmdurch das Erscheinen des ersten Bandes derReise-bilder" nicht sonderlich gefördert werden. Aber, wassoll ich tun, ich mußte etwas herausgeben, und dadachte ich, wenn das Buch auch kein allgemeines In-teresse anspricht und auch kein großes Werk ist, so istdoch alles, was drin ist, auf keinen Fall schlecht zunennen. Dann auch mißfiel mir die Harzreise" im

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