schreiben, das Wetter ist feucht und dumpf und in meinemAopfe sieht es noch feuchter und dumpfer aus; aber ichmuß doch die Korrespondenz wieder in Gang bringen;ich melde Ihnen also, daß ich noch lebe, weiter nichts.Vielleicht in meinem nächsten Briefe erzähle ich Ihnen,daß ich eine Reise gemacht, viele Menschen und Bestiengesehen usw. Apropos: ich war auch in Berlin. DieseStadt liegt an der Spree, hat 150 000 Einwohner und25 Seelen. Und eine Seele ist darunter, die mich seligmachen könnte! O, ihr Götter, bin ich noch nicht ver-rückt genug! Ich habe in Berlin viel antichambriert,viele höchstgnädige Blicke auf mich hcrabstrahlen lassen,alte Freundschaften fester geknüpft, gut gegessen, nochbesser getrunken s labialis, hinlänglichen Weihrauch ein-geatmet, etwelche Küsse empfangen, 30 Louisdor ausge-geben, rasend viel dummes Gewäsche angehört und köst-liche Stunden genossen. — Ich bin es wirklich nichtwert, daß so viele gute Menschen ihre Geduld übten,indem sie mich ärgerlichen, verdüsterten, kopfschmerzigenMenschen aufzuheitern und zu ergötzen suchten. Dochmuß ich hinzusetzen, daß es mein armer Kopf wirklichnoch nicht erlaubt, daß ich mich in allzu großen Menschen-verkehr einlasse, und es war wirklich kein Eigensinn,daß ich manche Liebeszuströmung ablehnte, undmanchem Schönen und Guten geflissentlich auswich.Vous me connaisse?. Bei meiner Hinreise nach Ber-lin bin ich durch Magdeburg gekommen und habevier Tage dort mit Jmmermann verlebt. Wir stimmenherrlich überein; haben uns redlich liebgewonnen.Vor meiner Muse zieht Immermann sehr tief denHut ab. Mit rührender Demut hat er mir manche
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