gehört, daß das Deutsche Ähnlichkeit habe mit ihrerMuttersprache, der persischen, und jetzt sitzt das lieb-liche Mädchen zu Jspahan und studiert deutsche Sprache,und aus meinen Liedern, die ich in ihren Harem hineinzu schmuggeln gewußt, pflegt sie, zur grammatischenNbung, einiges zu übersetzen in ihre süße, rosige, leuch-tende Bulbul-Sprachc, Ach! wie sehne ich mich nachJspahan! Ach, ich Armer bin fern von seinen lieblichenMinarets und duftigen Gärten! Ach, es ist ein schreck-liches Schicksal für einen persischen Dichter, daß er sichabmühen muß in Eurer niederträchtig holprigen deut-schen Sprache, und daß er zu Tode gemartert wird vonEuren ebenso holprigen Postwägen, von Eurem schlechtenWetter, Euren dummen Tabaksgesichtern, Euren rö-mischen Pandekten, Eurem philosophischen Kauderwelschund Eurem übrigen Lumpenwesen. O Firdusi!O Jschami! O Saadi! wie elend ist Euer Bruder! Ach!wie sehne ich mich nach den Rosen von Schiras! Deutsch-land mag sein Gutes haben, ich will es nicht schmähen.Es hat auch seine großen Dichter: Karl Müchler, Elau-rcn, Gubitz, Michel Beer, Ausfenberg, Theodor Hell,Laun, Gehe, Houwald, Rückert, Müller, Jmmermann,Uhland, Goethe.
Aber was ist alle ihre Herrlichkeit gegen Hafis undNisami! Aber obschon ich ein Perser bin, so bekenne ichdoch: der größte Dichter bist du, o großer Prophet vonMekka, und dein Koran, obschon ich ihn nur durch dieBvysensche Übersetzung kenne, wird mir so leicht nichtaus dem Gedächtnis kommen!
Daß Michel Beers „Paria" in Berlin so großenBeifall gesunden, habe ich gestern morgen zu Celle ge-
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