schlimm es für mich aussieht, wenn auch Moser michmißversteht. Sogar die Beiwörter „gut" und „gelehrt"mißfallen Dir; wollte Gott, ich könnte sie bei mir selbstin so weitem Sinne anwenden! „Ich liebe Dich vonganzer Seele, und bin kein Schuft" — wenn Du dieseFormel im Kopse behältst, werden Dir meine Ausdrückenie mißfallen, sogar obige nicht. Ich will lieber kurzeBriefe, als lange, die selten kommen. O f t will ichBrief von Dir haben, wenn Du auch wenig zu schreibenhast. Gewiß ist es mir lieber, wenn Du oft und vielschreibst.
O Menschen! ihr pißt wie Freigeister und denktwie Saffianstiefel!
Vom Verein schreibst Du mir wenig. Denkst Duetwa, daß die Sache unserer Brüder mir nicht mehr sosehr am Herzen liege, wie sonst? Du irrst Dich danngewaltig. Wenn mich auch mein Kopsübel jetzt nieder-drückt, so Hab ich es doch nicht aufgegeben, zu wirken.„Verwelke meine Rechte, wenn ich Deiner vergesse, Jcru-scholayim!" sind ungefähr die Worte des Psalmisten,und es sind auch noch immer die meinigen. — Ich wollte,ich könnte mich eine einzige Stunde mit Dir unterhaltenüber das, was ich, meist durch die eigene Lage angeregt,über Israel gedacht, und Du würdest sehen, wie — dieEsclzucht auf dem Steinweg gedeiht, und wie Heineimmer Heine sein wird und muß. Ich bin neugierigauf Deinen Aufsatz im 4. Hefte; schicke mir es nur gleichnach Göttingen, sobald es erscheint. Ich schreibe Dir,sobald ich ankomme, und schicke Dir meine Adresse.