48. An Charlotte Embken.
Lüneburg, den 7. November 1823.
Du bist mir gewiß böse! Und dennoch würde ichDir auch heute nicht schreiben, wenn ich Dir nicht denNummernzettel zu schicken hätte, den ich den Büchernbeizulegen vergaß. Schicke mir recht bald andereBücher. — Und was hatte ich Dir auch zu schreiben?Wie wir leben weißt Du; — ich werde hier sehr ho-noriert. Besonders bin ich oft in Gesellschaft bei demSuperintendent Ehristiani; der l)r. Christiani hat michin ganz Lüneburg berühmt gemacht, und meine Verserouliercn. Indessen suche ich immer, wo ich es kann,mich zurückzuziehen; meine Kopfschmerzen, die noch immernicht verschwinden, und meine Jurisprudenz beschäftigenmich zu sehr. — Bildung ist hier gar keine; ich glaubeauf dem Rathaus steht ein Kulturableiter. Aber dieMenschen sind nicht schlimm. An Dich denke ich sehroft, Du gutes liebes durchsichtiges Kind! Wie oft sehneich mich danach, Deine kleinen Alabasterpfötchen zuküssen! habe mich nur lieb, so stark Du kannst! — WasDu mir von Methfessel schreibst erfreut mich. Grüßeihn recht herzlich. Ich möchte gerne mal meine Liederfingen hören. Ich will doch sehen, daß ich mir auch dieKleinschc Komposition derselben verschaffe. Wir allebefinden uns wohl. Lebe wohl kleine süße Christall-puppe. Mache mir ein Paar wollne Pantoffel. —
49. An Ludwig Robert.
Lüneburg, den 27. November 1823.
„Die Nemesis unter den Tieren —" den Kopfherumgedreht und neugierig zugehört!
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