Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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der nicht anders zu handeln vermag, und den keine Geld-rücksicht bewegen sollte, etwas von seiner innern Würdezu veräußern. Du siehst mich daher, trotz meiner Kopf-leiden, in fortgesetztem Studium meiner Juristerei, diemir in der Folge Brot schaffen soll. Wie Du denkenkannst, kommt hier die Taufe zur Sprache. Keinervon meiner Familie ist dagegen, außer ich. Und dieseri ch ist sehr eigensinniger Natur. Aus meiner Denkungs-art kannst Du es Dir wohl abstrahieren, daß mir dieTaufe ein gleichgültiger Akt ist, daß ich ihn auch sym-bolisch nicht wichtig achte, und daß er in den Ver-hältnissen und aus der Weise, wie er bei mir vollzogenwerden würde, auch für Andere keine Bedeutung hätte.Für mich hätte er vielleicht die Bedeutung, daß ich michder Verfechtung der Rechte meiner unglücklichenStammesgenossen mehr weihen würde. Aber dennochhalte ich es unter meiner Würde und meine Ehre be-fleckend, wenn ich, um ein Amt in Preußen anzunehmen,mich taufen ließe. Im lieben Preußen!!! Ich weißwirklich nicht, wie ich mir in meiner schlechten Lagehelfen soll. Ich werde noch aus Arger katholisch undhänge mich auf. Doch auch dieses fatale Thema brecheich ab, und da ich Dich in einigen Monaten persönlichspreche, will ich die Besprechung desselben bis dahinverschieben. Wir leben in einer traurigen Zeit, Schur-ken werden zu den Besten, und die Besten müssenSchurken werden. Ich verstehe sehr gut die Worte desPsalmisten: Herr Gott, gib mir mein täglich Brot, daßich deinen Namen nicht lästre! Ich denke Neujahrnach Göttingen zu reisen und dort ein Jahr zu bleiben,ich muß mein jus mit mehr Fleiß als jeder andere

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