Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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ich detestiere und am meisten liebe, wo mich die abscheu-lichsten Gefühle martern und wo ich mich dennoch hin-wünsche, und wo ich mich gewiß in der Folge oft be-finden werde, und

Mein Oheim Salomon Heine hat mich dort sehrgut empfangen, war entzückt von mir, und gab gute Aus-sichten. Ich freute mich, wegen des schlechten Zustandesmeiner Finanzen, denn er gab mir bisher nur 100 Talervierteljährlich, eine Summe, womit ich nie auskommenkonnte, und die auch so unbedeutend ist, daß ich es auchden besten Freunden verschwieg, daß ich von dem Prahl-hans so wenig erhalte.

Das Seebad, das ich hier brauche, bekömmt mir sehrgut; wären nur nicht die fatalen Gemütsbewegungen!Meine Nerven sind sehr gestärkt, und wenn die Kopf-schmerzen nachlassen, werde ich noch in diesem Jahreviel Kräftiges schreiben. Die Tragödie ist im Kopfe aus-gearbeitet, ich gebe mich ans Niederschreiben, sobald ichkann und Ruhe Hab. Sie wird sehr tief und düster.Naturmystik. Weiß Du nicht, wo ich etwas über Liebes-zauber, über Zauberei überhaupt, lesen kann? Ich habenämlich eine alte Italienerin, die Zauberei treibt, zuschildern. Ich lese viel über Italien. Denk an mich,wenn Dir etwas in die Hände fällt, was Venedig be-trifft, besonders den venetianischcn Carneval. Wo ich

diesen Winter zubringen werde, weiß ich noch nicht.

Diese Tage reise ich von hier ab und erwarte in Ham-burg bei Cohen Brief von Dir, schreibe mir viel. Ichwill Dir nächstens mehr schreiben. Grüße Marcus, ichwerde ihm schreiben, sobald ich kann. Auch grüße Leh-mann. Gans und Zunz versteht sich von selbst.

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