Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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meinem Mangel an lichten Stunden, teils in der Be-sorgnis, er könnte, was ich unbefangen schreibe, anseine zu große Anzahl wahrhaftiger Freunde vertraulichmitteilen. Auch Dir, lieber Moser, würde ich heute nichtschreiben, wäre es nicht aus eigennütziger Absicht, ewigeFreundschaftsdienste, ewige Plackereien, Unruh, Be-schwerde ich rate Dir, gebe die Freundschaft mit mirauf. Wahrhaftig, ich würde Dir erst später schreiben,wenn ich es nicht nötig hätte zu eilen, des eigenen Nutzenswegen. Ich bin in diesem Augenblick wie zerschlagen,die ganze Nacht habe ich auf der Nordsee herum-geschwommen, ich wollte nach Helgoland reisen, doch inder Nähe dieser Insel mußte der Kapitän wieder um-kehren, weil der Sturm gar zu entsetzlich war. Es hatganz seine Richtigkeit mit dem, was man von der Wild-heit des Meeres sagt. Es soll einer der wildesten Stürmegewesen sein, die See war eine bewegliche Berggegend,die Wasserberge zerschellten gegeneinander, die Wellenschlagen über das Schiff zusammen und schleudern esherauf und herab, Musik der Kotzenden in der Kajüte,Schreien der Matrosen, dumpfes Heulen der Winde,Brausen, Summen, Pfeifen, Mordspektakcl, der Regengießt herab, als wenn die himmlischen Heerscharen ihreNachttöpfe ausgössen, und ich lag auf dem Verdecke,und hatte nichts weniger als fromme Gedanken in derSeele. Ich sage Dir: obschon ich im Winde die Po-saunen des jüngsten Gerichts hören konnte und in denWellen Abrahams Schoß weit geöffnet sah, so befandich mich doch weit besser, als in der Sozietät mauscheln-der Hamburger und Hamburgerinnen. Hamburg!!!mein Elysium und Tartarus zu gleicher Zeit! Ort, den

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