Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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bilden können. Nur ahndet's mir, daß ich mit meinerabstoßenden Höflichkeit und Ironie und Ehrlichkeit mirmehr Menschen verfeinden als befreunden werde.

Der Posaunenstoß in der Hamburger Zeitung, meineTragödien" betreffend, hat mir Spaß gemacht. Washat man drüber gesagt? Wenn meine Tragödien igno-riert würden, wäre es mir nicht gleichgültig. Geschätz-tester! Blätterlob macht mir höchstens flüchtigen Spaß,stärkt mich nicht, und erquickt mich nicht, und ist mir dochvon größter Wichtigkeit. Doch sei außer Sorge, es wirdnicht ausbleiben, daß meine Tragödien in den Blätternviel besprochen werden; wenn's andere nicht tun, tueich es selbst. Jmmermann schreibt mir, daß er einekräftige Rezension der Tragödien schreiben werde, woriner manches Verletzende aussprechen wird. Sein Briefenthielt daher nur einiges Allgemeine (Lob) über dieTragödie, und andere Gegenstände, deren vorzüglichsterseine Freude ist, mich in Münster zu sehen, und seineEinladung, bei ihm zu wohnen. Der mir zuletzt geschickteBrief war von Blomberg, voll ästhetischen Raisonne-ments. Von dem Rousseau habe ich noch keinen Brieferhalten, und teils Dein Wink über dasUnterhaltungs-blatt", dessen judenfcindliche Stelle mir sehr auffiel,teils noch manches andre gibt sichere Anzeichen, daß manam Rhein von katholischer Seite über denAlmansor"höchst unwillig sei, ihn ignorieren möchte, ihn dennochallgemein bespricht, und den Rousseau gegen mich auf-sätzig gemacht hat. Ich verachte dergleichen Schwach-köpfigkeit allzu sehr, um davon empört zu werden, undich habe es längst gefühlt, daß ein gar zu feuriger Enthu-siasmus für meine Persönlichkeit endlich verkohlen muß

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