in solchen Dingen, und wenn Du noch der Alte bist undnoch das alte Zutrauen zu mir hast, so wird Dich einsolches Urteil gewiß nicht verletzen. Einige DeinerLieder haben mir sehr gut gefallen, doch in einem der-selben hätte ich über das alte wohlbekannte holprige„hold" fast ein Bein zerbrochen; und wie sehr dasTrauerspielchen Achtung und Beifall in Anspruch nahm,so wäre ich doch bei einer eiskalten Stelle desselben fasterfroren. Ich hoffe, daß Du etwas schreiben wirst,was mehr für die Bühne geeignet wäre. — Meine „Tra-gödien" haben eben die Presse verlassen. Ich weiß, manwird sie sehr herunterreißen. Aber ich will Dir imVertrauen gestehen: sie sind sehr gut, besser als meineGcdichtesammlung, die keinen Schuß Pulver wert ist. —Vom „Poeten" erhalte ich oft Briefe; er schreibt viel.In seinen Sonetten sind süperbe Sachen, ein echterpoetischer Hauch und freudige Lebensfrische. Siekommen mir vor wie meine Lieblingsfrucht, Walderd-beeren; nur tragen sie auch den Fehler dieser Pflanze,die überall herumrankt und Wurzel schlägt, und daherviel unbedeutende Schößlinge und viel nutzloses Blatt-werk hervorbringt. Freilich, unsere beau moncke liebtmehr pikante, mit Zucker und Gewürz bereitete Treib-hausgemüse, und der rohe Plebs liebt mehr einen Topfvoll Knallerbsen. Kennst Du den Karl Immer-mann? Vor diesem müssen wir beide den Hut ab-ziehen, und Du zuerst. Das ist eine kräftige, leuchtendeDichtergestalt, wie es deren wenige gibt. — Ob Dumir mal schreiben wirst, das hängt ganz von Dir ab;wenigstens sollst Du nicht die Ausrede haben, daß Dumeine Adresse nicht kennst. Diese ist an H. H. aus D.,
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