Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
65
Einzelbild herunterladen
 

kritischen Schrift die Rede ist. Jmmermann Hab ich sehrlieb gewonnen, durch das wackre Wesen, das sich in ihmausspricht. Ich wünschte Dein Urteil über ihn zu hören.Mehr noch wünschte ich, daß Du mit ihm in freundschaft-lichen Verhältnissen tretest. Ihm Hab ich ebenfalls diesenWunsch geäußert. Ist das der Fall, so besuche ich euchin Münster. Leb wohl und Hab mich lieb.

Meine Adresse ist: H. H. aus D., Taubenstraße 32. Du kannst gar nicht glauben, wie sehr ich Dich ver-misse, Dich, den ich so liebe, und gegen den ich nicht zufürchten Hab, daß ich mich blamiere.

Leb wohl und bleibe mir gut.

H. Heine.

23. An Moritz Embden.

Berlin, den 2. Februar 1823.

Lieber Embden!

Ihr Brief vom 23. v. Mts. hat mich mit vielerFreude erfüllt. Ich gratuliere zu Ihrer Verlobung mitmeiner Schwester. Obschon die Nachricht derselben michsehr bewegt, gewiß mehr als man mir es zutraute, sokam sie mir doch nicht vor wie eineseltsame Schicksals-laune", sie erschien mir vielmehr als etwas, was ichlängst gewußt, und zwar schon vor vielen Jahren ge-wußt, und was ich während meiner inneren und äußerenLcbensstürme allmählich vergessen hatte.

Ich hoffe, daß Sic und meine Schwester ein glück-liches Paar sein werden, da Lottchen imstande ist, den

» 65