muß dieses schöne Geschäft mir aber doch vorbehaltenfür eine schönere Zeit, wo mich nicht Krankheit so sehrniederdrückt wie jetzt. Empfangen Sie nur vorläufigmeine heilige Versicherung, daß ich Sie nächst Oehlen-schläger für den besten jetzt lebenden Dramatiker halte(denn Goethe ist tot). Ich werde nie den schönen Tagvergessen, wo ich Ihre „Trauerspiele" erhielt und lasund halb freudetoll allen Freunden davon erzählte. Dielaue Anzeige derselben im „Gesellschafter" von Varn-hagen v. Ense hat mir mißfallen; ich hatte anders mitihm gewettet. — Einen Gruß muß ich Ihnen bestellenvon einer Ihrer Verehrerinnen, der Frau von Hohen-hausen, der ich in I h r e m N a m e n ein Eremplar der„Trauerspiele" verehrte. Ich hoffe, Sie werden dieseseigenmächtige Verfahren nicht mißbilligen; die gute Frauhat ehrlich Wort gehalten, zur Verbreitung der Tra-gödien beizutragen, obschon das, was sie in mehrerenZeitungen, besonders im Leipziger „Konversationsblatte"darüber schrieb, auch ehrlich flach ist; sie hatte eine bessereRezension derselben an Müllner geschickt, die dieser bloßbenutzt zu seinem Wischiwaschi. An eine AufführungIhrer Tragödien aus dem hiesigen Theater glaube ichnicht; sie sind zu gut. Mein Freund Köchy, der nächstensim „Konversationsblatte" über Ihre Tragödien etwasBesseres sagen wird, hat ein Eremplar derselben, dasich ihm aus einer Reise nach Braunschweig mitgegeben,dem dortigen Direktor Klingemann mitgeteilt und vondemselben das Versprechen erhalten, den „Petrarcha"aufzuführen. — Mein Brief würde zu lang werden,wenn ich Ihnen ausführlich erzählen wollte, wie sehrhier Ihre Tragödien gefallen, wie sie gepriesen worden,
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