Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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stände zu sein, den Katheder zu besteigen und der un-mündigen Jugend die Vorzeit im Lichte der Wahrheitzu zeigen. Ich hoffe, daß Ew. Wohlgeboren in einigenJahren eine bessere Meinung von mir gewinnen, alsdiejenige dubiöse Meinung ist, welche Hochdieselben vorigJahr von mir zu hegen geruheten. Mit der edlenPoeterei beschäftige ich mich noch sehr viel. Ich hoffe,bald etwas aufs Theater zu bringen; nicht in Berlin.Diesen Winter erst wird wieder ein Band Dichtungenvon mir in Druck erscheinen. Von allen Seiten vernehmeich, wie viel über mich (als Dichter) räsonniert wordenund wird. Ob man mich lobt oder tadelt, es rührt michnicht, ich gehe meinen strengen Weg, den ich mal als denbesten erkannt habe. Einige sagen, er führt mich in denDreck, andre sagen, er führe mich nach dem Parnaß,wieder andere sagen, er führe direkt in die Hölle. Gleich-viel, der Weg ist neu, und ich suche Abenteuer. Abergerührt hat mich doch die Liebe, womit meine Landsleutemich aufgenommen. Wahrlich, ich bin besser behandelt,als ich es verdiene.

Die Ochs befindet stch wohl, sie ochst. Sie hatScotts Jvanhoe längst fertig, und derselbe wird nächstenserscheinen. Mit Byron treibt sie noch immer geistig Un-zucht. Was Sie, lieber Keller, in Ihrem Briefe überByron sagen, ist sehr schön gesagt. Aber man klopft denRock, und des Freundes Buckel fühlt die Schläge. Ar-beiten Sie noch viel am Brockhausischen Konversations-blatte? Schreiben Sie viel? Ich hätte Ihnen einen Vor-schlag zu machen. Einige Wochen vor meiner Abreisevon Berlin lernte ich den Or. Eduard Gans kennen undfand in ihm einen braven, rüstigen, jungen Mann, der

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