haben. O Deutschland! Land der Eichen und desStumpfsinns!
Die ersten vierzehn Tage meines Hierseins habeich durchaus nichts anders getan, als daß ich den drittenAkt meiner Tragödie schrieb. Dieser war der größte.Die noch übrigen zwei Akte werde ich erst künftigenJanuar schreiben. Denn jetzt muß ich furchtbar ochsen.Dies geschieht auch. Ging ich ja doch des Ochsens halberhierher. Meine Bonner Freunde schreiben kläglicheBriefe über meinen Abgang von Bonn. BesondersSteinmann.... Sei nur ruhig, lieber Fritz, ich will schonzusehen, daß ich diesen Winter etwas loskriege. — Übermeine Gedichte werde ich dir wohl schon nächstens Er-freuliches mitteilen können.
Du, guter Fritz, Du gehörst wahrlich zu jenen sel-tenen Menschen, durch deren Freundschaft das Gemütnicht gewaltsam aufgeregt und im tollen Tanz der Ge-fühle mit sich herumgeschleudert, sondern still erquickt,von alten Wunden geheilt, ich möchte fast sagen, ver-edelt wird. Und mein tolles zerrissenes und verwilder-tes Gemüt, wie sehr bedarf dieses einer solchen Besänfti-gung, Heilung und Veredlung.
8. An Friedrich Steinmann.
Göttingen, den 4. Februar 4824.
Staune! staune! staune! — ich habe hier das Lon-silium abeuncki erhalten!
Ich habe wegen allerlei Mißhclligkeitcn schon seitdrei Monaten in beständiger Unruhe gelebt, ward von
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