Der Neffe vom großen (???) Heine ist zwarüberall gern gesehen und empfangen; schöne Mäd-chen schielen nach ihm hin, und die Buscntücher steigenhöher, und die Mütter kalkulieren, aber — aber — bleiballein; niemand bleibt mir übrig als i ch s e l b st. Undwer dieser Sonderling ist, das weiß Christian besser alsich. — Ich bin sehr verlegen, ob Dich dieser Brief nochzu Hause antrifft, oder ob Du ihn, wie ich gewiß er-warte, nachgeschickt erhältst. Auf jeden Fall, wenn nochein Funken Freundschaft übrig geblieben ist, schreibemir sogleich, ob Du ihn richtig erhalten hast. Ich kanndes Inhalts wegen, eher nicht ruhig schlafen. — Wiegeht's Dir? Schreib. Zwar macht es mir viel Ver-gnügen, Deine Schriftzüge zu entziffern, aber einbißchen mehr Deutlichkeit könnte nicht schaden. Indessenbin ich auch mit Geschmier zufrieden.
In religiöser Hinsicht habe ich Dir vielleicht baldetwas sehr verwunderliches mitzuteilen. Ist Heine tollgeworden? wirst du ausrufen. Aber ich muß ja eineMadonna haben. Wird mir die Himmlische die Irdischeersetzen? Ich will die Sinne berauschen. Nur in denunendlichen Tiefen der Mystik kann ich meinen unend-lichen Schmerz hinabwälzcn. Wie erbärmlich scheint mirjetzt das Wissen in seinem Bettlerkleid. Was mireinst durchsichtige Klarheit schien, zeigt sich mir jetzt alsnackte Blöße.
„Werdet wie die Kindlein" lange wähnte ich dieszu verstehen, o ich närrischer Narr! — Kindleinglauben.
Schon beinahe ein Monat liegt dieser Brief inmeinem Pult; da ich erst nach Düsseldorf geschrieben
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