Druckschrift 
1 (1846)
Entstehung
Seite
317
Einzelbild herunterladen
 

317

die Hosen in seiner Gegenwart vor wie nach, und einen Rockziehe ich gar nicht an. Er ist ein sonderbarer Mann, von demich Ihnen Vieles erzählen will. So eben entdeckte ich den Kaf-feefleck auf meinem Papier. Sie verzeihen mir, daß ich deswe-gen den Brief nicht wieder umschreibe, und ich erlaube Ihnendagegen mir auf einem Ihrer Briefe einmal eine recht derbeSchmarre von Ölfarbe zu ziehen.

Vor einigen Tagen da ich mich eben in der Stadt befand,kam in meiner Nachbarschaft in einem Schornsteine Feuer aus.Ohncrachtet ein ganzer Vorrath von geräuchertem Lachs in Brandgerathen war und die Flamme über 4 Fuß hoch aus dem Schorn-steine schlug, so wurde doch Alles beinahe ohne Wasser blasdurch Schwefel gedämpft, der sogar schon früher zu einer sol-chen Absicht angeschafft worden war. Also nächst der Sorgfaltden Camin hübsch fegen zu lassen, ist wohl die Anschaffung sol-chen Schwefels sehr anzurathen, er muß aber nicht pulverisirt,sondern auf Fäden gezogen sein, weil der erstere leicht dasFeuer dämpft, das man zu seiner Entzündung anlegt, dahinge-gen der andere, weil er locker liegt, leicht auf einmal in Brandgeräth.

Nun noch Etwas von mir. Was mir hier bei dem nuneintretenden Laub gefällt, ist, daß ich, auf gut Darmstädtisch,einen angenehmen Wald sehr nahe habe. Ich kann, wenn ichwill, in einer Viertelstunde schon darin sein. Gleich beim Ein-tritt ist ein vortreffliches Wirthshaus, das nur wegen seinerVortrefflichkeit etwas zu stark von den Vornehmen besucht wird.Aber dieses kann man auch vorbeigehen, alsdann kommt manin de» Wald, der wirklich mehr zu einem solchen Genuß, alsanderer Nutzungen wegen dahin gelegt zu sein scheint.

Den Garten zu Hettenhausen habe ich während meines je-