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Göttingen, dm Lösten Scpl 17Ü1.
Mein liebster Hollenberg!
Einem Freund, der einen mit so mancher Schüssel voll gro-ßer Bohnen gespeist hat, dafür zu danken, sollte man denken,wäre nicht um ein Haar schwerer als diese Bohnen selbst zuverzehren, und doch habe ich bei der bewundernswürdigstenThätigkeit das Letzte zu thun, das Erste ganz unterlassen. Esist wirklich hierin Etwas, was ich mir nicht so ganz recht erklä-ren kann, zumal, da ich seit einiger Zeit die Feder wieder miteben der Leichtigkeit führe als den Suppenlössel. Etwas vomSündenfall und folglich vom Gott sei bei uns! steckt gewißam Ende dahinter.
Strafen Sie mich daher nicht weiter, liebster Freund. Istdas nicht Strafe genug? Der, der Wohlthaten nicht erkennt,findet in der ganzen Geschichte niemanden, mit dem er sich soadäquat vergleichen könnte als — den Teufel selbst; dahingegender, dem nicht für seine Wohlthaten gedankt wird, sich amEnde mit dem lieben Gott trösten kann, dem es nicht bessergeht. — Indessen verspreche ich Ihnen, mich zu bessern, und ichbitte Sie daher mich künftigen Sommer wieder auf die Probezu stellen. Üben Sie mich ein wenig in der Dankbarkeit; Siesind der wahre Mann dazu, denn ich weiß, Jemanden Gefäl-ligkeiten zu erzeigen macht Ihnen keine Mühe.
Nun, mein lieber Mann, das machen Sie recht brav, daßSie mir einmal eine kleine Gelegenheit geben Ihnen gefälligzu sein. Sie verlangen ein Parallellineal wie das meinige.Hier haben Sie das meinige selbst, ich brauche es nicht, ichziehe schon über ein Decennium alle meine Parallellinien aus