Druckschrift 
1 (1846)
Entstehung
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108
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15.

Osnabrück, dm ZI. Novcmb. 17>2.

Lieber Johann Christian!

Was ich nicht gedacht hätte, hat es gegeben: Neujahrswünsche.Die sieben ersten habe ich gestern Morgen von 4 Uhr an imBette gemacht, (denn weil ich nun die Schwindsucht habe, soschlafe ich des Morgens nicht viel), die andern nachdem ich aus-gestanden war, beim Kaffee. Gestern Nachmittag wollte ichzur Zerstreuung das zweite Dutzend voll machen, aber ich konntenicht. Das Vcrsmachen kommt mich an wie manche Leute dieSünde, wenn sie begangen ist, so haben sie Ruhe, ich meinenämlich, sie können nicht mehr sündigen, von Gewissensbissenrede ich nicht. Zwei darunter haben meinen Beifall. Nr. 6würde, wenn es zumal eine schickliche Aufschrist bekäme, seineGesellschaft in einem Musenalmanach vielleicht nicht beschimpfen.Es hat freilich nicht die unschuldige Miene eines Mädchens von6 Jahren, aber eben deßwegen wird es vielleicht etwas bessergefallen. Nr. 1l> wäre auch nicht verwerflich, allein das Unter-röckchen ist viel zu kurz und die Kleider viel zu dünn, es istals wenn es Nichts an hätte, und eben deßwegen darf es nichterscheinen. Einige sind eigentlich keine Wünsche, aber nützlicheLehren sind vielleicht am Neujahrstage besser angebracht. WennHr. Boie noch ein paar Dutzend dazu macht, so kannst Du diemeinigen auch mit drucken lassen, nur daß keine Seele, odernur die besten Freunde erfahren, daß sie von mir sind. WennDu es haben willst, so schreibe ich wohl an Hr. Geh. Secr.Parz, der macht ihrer gewiß ein Dutzend dazu. Doch das wol-len wir lassen, ich schicke vielleicht noch einmal so viele.