Druckschrift 
1 (1846)
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

V3

tDöi- 10..

An Dicterichs Frau.

Hannover, dm 20sten Mai 1772,

Liebste Frau Gevatterin!

Ilm Ihnen ganz und gehörig sagen zu können, wie angenehmmir Ihr allerliebster Brief gewesen ist, will ich Ihnen kurz dreGeschichte des Tages erzählen, an welchem ich ihn empfangenhabe. Merken Sie wohl, wie Alles immer angenehmer wirdund wie das Schicksal auf ein Fundament von Verdruß einhöchst feines Gebäude von Annehmlichkeiten aufgeführt hat.

Morgens 7 Uhr auf dem Gartenhaufe.,Der Schneider. Um Vergebung, wachen Sie schon, Hr.Professor?

Der Prof. Ja wachen Sie schon. Schon drei Stundenwache ich. Der Kopf thut mir infam weh. Hat er denKaffee.?

Der Schneid. Nein! Aber der Hr. Cammerpräsident ließensich Ihnen gehorsamst empfehlen und Sie ließen sich diesenNachmittag die Ehre auf eine Suppe ausbitten.Der Prof. So! Es muß doch Alles zusammenkommen, ichhabe ja keine Strümpfe rein.

. st. 7 iL - Der Schneid. Doch , Hr. Professor.

Der Prof. Nun so weiß er ja, wie er sagen soll, Und bringe,, er den Kaffee geschwind.

Der Schneid. O, ich weiß, wie ich sagen soll und

hiermit verschwand der vergnügte Kerl hinter der Scene, mitseiner gewöhnlichen Bereitwilligkeit, die von dem Gedanken,daß er diesen Nachmittag meine 4 Schüsseln allein haben