!-- »'.,v.'.'
S9
Am Charfrcilag Morgen.Was für ein Wetter! nun sehen die Gänge im Gartenaus als wie im Paradiese, nachdem das Hauskreuz, die Gardi-nenpredigten , das Kinderschreien und das Windeltrocknen schonangegangen war. Ich habe eingeheizt und friert mich dennoch,just das Gegentheil von Göttingen, da konnte ich zuweilen inder kalten Stube schwitzen. —
Christelchen muß also zwischen Ostern und Pfingsten ganzallein sein, just die Zeit im Jahre, wo Alles was lebet gernselbst zweiter ist. Was das für ein Kerl gewesen sein muß, derdie Messen in eine solche Zeit verlegt hat. Wenn er nicht einHolländer war, so laß ich mich an den Mandelbaum ausknü.pfen, der vor meinem F nster blüht, denn um diese Zeit brauchtder holländische Kaufmann seine Gärten nicht, weil er sie mitdem größten Profit vcrmicthen kann. Ich glaube auch, sie be-gatten sich nicht um diese Zeit, damit der junge Bube wiedersolches langsames laues Theewasscrblur bekommt wie der Vater.Es lebe Alles was kein holländisches Blut hat! Auf diese Ge-sundheit will ich heute ein Glas ächten Rheinwein trinken unddazu den letzten holländischen Duralen anbrechen, den ich habe.Adieu.
Hannover, den löten Mai l772.Abends B/z Uhr.
^0 eben erhalte ich Deinen Brief schon, den Du wahrschein-lich erst gestern nach vier Uhr auf die Post gegeben hast, sonahe sind wir einander noch. Weil ich leicht morgen und über-morgen keine Zelt zu schreiben haben möchte, so bestreiche ich