Druckschrift 
1 (1846)
Entstehung
Seite
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liches sein. Nun befinde ich mich in einem Falle, wo Beideseintrifft, und deshalb will ich mich einmal recht müde vom Frau-enzimmer schreiben. Sobald man den Fuß in England setzt(ich setze aber voraus, daß man noch Etwas mehr hat als Fuße),so fällt dem Studenten sowohl als dem Philosophen und demBuchhändler sogleich die außerordentliche Schönheit der Frauen-zimmer und die Menge dieser Schönheiten in die Augen. Die-ses nimmt je mehr und mehr zu, je näher man London kommt.Wer sich von dieser Seite nicht recht sicher weiß, für den weißich nur ein einziges Mittel. Er gehe sogleich mit dem nächstenPackctboote nach Holland zurück, da ist er sicher.

Ich habe in meinem Leben sehr viele schöne Frauenzimmergesehn, aber seitdem ich in England bin, habe ich deren meh-rere gesehn, als in meinem ganzen übrigen Leben zusammenge-nommen, und doch bin ich in England nur erst 10 Tage. Ihraußerordentlich netter Anzug, der einer Göttingischen Obst-frau einiges Gewicht geben könnte, erhebt sie noch mehr. Die Auf-wärterin, die mir täglich Feuer in den Camin macht und dieBettpfanue bringt, kommt zuweilen mit einem schwarzen, zu-weilen mit einem Weißen seidenen Hute und mit einer Art vonSchleuder in die Stube, trägt ihre Bettpfanue mit so vielerGracie als manche deutsche Damen den Parasol, kniet in diesemAnzüge mit einer Nonchalance vor dem Bette nieder, daß manglauben sollte, sie hätte 40 solcher Schleuder, und spricht da-bei ein Englisch, wie es in den besten Büchern steht. Bonsolche» Creaturen wimmeln alle Straßen; die schönsten sinddie Putzkrämerinnen, und eine solche war es, die den Lord B.120,000 Thaler gekostet hat.

Bon vornehmen Frauenzimmern habe ich über 200 in ei-nem einzigen Saale, im Hause des Lords, geschn, wovon eine

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