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Vermögen, das jeder Mensch, er sei wer er wolle, besitzt, Gu-tes zu lhun, ohne etwas wegzuwerfen. Alle Stände in derWelt verkennen hierin ihre Wichtigkeit. Ein Jeder, er sei werer wolle, ist ein Prinz in diesem Stück in seiner Lage. DerHenker hole unser Dasein hienieden, wenn nur allein der Kai-ser wohllhun könnte. Das ist das Gesetz und die Propheten.Mich dünkt, in jede Predigt müßte hievon Etwas hinein. Sie sindder Mann, der dieses durch sein Beispiel zeigt; was für Ein-druck müßte es nicht machen, wenn Sic es von der Canzel lehr-ten, und detaitlivt darthäten, wie Jeder etwas Ähnliches fürseine Lage werden könnte.
Nun eine Geschichte, die sich in der dritten Nacht vor dervergangenen in unserm Hause ereignet hat und in der That hiergänzlich unerhört und wirklich fürchterlich ist. Sie hat sich aufmeiner Etage zugetragen, aber, da ich eines der größten Häu-ser der Stadt bewohne, so weit von mir, daß ich von der gan-zen Sache, während sie geschah. Nichts vernommen habe: Eslogirt nämlich auf dieser Etage ein Graf Brenner aus Wien,Sohn des kaiserlichen Gesandten bei der Republik Venedig, mitseinem Hofmeister, dem Hauptmann Burdell, beide von demvortrefflichsten Charakter. Diese wollten auf Ostern von hierweg und erhielten vorige Woche ihre Gelder zur Abreise undBezahlung ihrer Rechnung, etwa 2000 Reichsthaler, die Louisd'orzu fünf. Dieses wurde unserm Gesindel bekannt, dessen Aufklä-rung überhaupt mit sehr viel stärkern Schritten zunimmt, alsdie von den Häuptern unserer Polizei. Es brachen also in derbenannten Nacht 6 bis 7 Kerle maskirt in das Zimmer des Haupt-manns, banden ihn im Bette mit den zerrissenen Gardinen, such-ten ganz ruhig die Schlüssel und entwischten mit dem ganzen
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