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ausgenommen, behandeln meine unverzeihliche Nachlässigkeit imSchreiben mit der himmlischen Nachsicht, mit der Sie derselbenbegegnen. Sie können nicht glauben, mit wie vieler ganz eige-ner Rührung ick daher vor etwa 8 Tagen Ihren vortrefflichenAufsatz im Kirchenboten las; bei jeder Zeile dachte ich, siehe/ die-sen vortrefflichen Mann hgst Du beleidigt. Ich war auch wirk-lich im Begriff, in einer umständlichen Beichte um Ihre Abso-lution zu bitten, als Ihr lieber Brief kam, der mich von Neuem be-lebte und mir die Versicherung gab, daß ich ohne dieses verdrießlieheGeständnis meiner Sünden wieder grade weg an meinen Amelungschreiben könnte. Doch bin ich Ihnen folgendes Geständnißschuldig: Ich habe sehr viel zu thun, ob ich gleich nur 3 Stun-den des Tages lese; allein die Art meiner Vorlesungen erfordertnicht gewöhnliche Präparation wie etwa die Dogmatik, Pandek-ten :c., sondern die vielen Instrumente, die ein halbes Jahr ge-ruht haben, müssen bei der Menge, oft erst gesucht werden,wenn sie gefunden sind, in Ordnung gestellt, öfters gar ausgebes-sert werden, denn es gibt welche darunter, an denen der Zahnder Zeit sowohl, als der Mäuse und Motten, sebr bald zu na-gen anfängt, der Finger und Ellenbogen des unwissenden Ge-sindes :c. nicht einmal zu gedenken. So gebt der Tag hin.Ferner meine hiesigen Freunde, die meine Geschäfte kennen, ken-nen auch meine freien Stunden, welches ich ihnen sehr danke,und besuchen mich des Sonntags, oder an den Abenden; bleibeich allein, so bin ich öfters sehr müde, oder sebc mich genölhigt,um nicht zurückzubleiben, das Neue in meiner Wissenschaft nach-zuholen , und selten bin ich überhaupt in der Laune, ohne dieman nie an einen Amelung schreiben muß. Sehen Sie, so obn-gefäbr sieht es bei mir aus — und vergeben Sie mir.
Was macht denn mein lieber Kleiner, fällt er schon brav?