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4 (1855) Deutschland. Atta Troll. Romanzero. Neueste Gedichte
Entstehung
Seite
315
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Sechshundert Neger tauschte ich einSpottwohlfeil am Senegalflusse.

Das Fleisch ist hart, die Sehnen sind stramm,Wie Eisen vom besten Gusse.

Ich Hab' zum Tausche Branntewein,Glasperlen und Stahlzeug gegeben;Gewinne daran achthundert Procent,Bleibt mir die Hälfte am Leben»

Bleiben mir Neger dreihundert nurIm Hafen von Rio-Janeiro,

Zahlt dort mir hundert Ducaten per StückDas Haus Gonzales Perreiro."

Da plößlich wird Mynher van KockAus seinen Gedanken gerissen;Der Schiffschirurgius tritt herein,Der Doctor van der Smissen.

Das ist eine klapperdürre Figur,

Die Nase voll rother WarzenNun, Wasserfeldscherer, ruft van Kock,Wie geht's meinen lieben Schwarzen?

Der Doctor dankt der Nachfrage und spricht:Ich bin zu melden gekommen.

Daß heute Nacht die SterblichkeitBedeutend zugenommen.

Im Durchschnitt starben täglich zwei,

Doch heute starben sieben,

Vier Männer, drei FrauenIch Hab' den VerlustSogleich in die Kladde geschrieben.

Ich inspicirte die Leichen genau;Denn diese Schelme stellenSich manchmal todt, damit man sieHinabwirft in die Wellen.

Ich nahm den Todten die Eisen ab;Und wie ich gewöhnlich thue,

Ich ließ die Leichen werfen in's MeerDes Morgens in der Frühe.