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4 (1855) Deutschland. Atta Troll. Romanzero. Neueste Gedichte
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gespielt und meiner Vernunft nicht ganz entsagt. Ich habe nichts abgeschwo-ren, nicht einmal meine alten Heidcngötter, von denen ich mich zwar abge-wendet, aber scheidend in Liebe und Freundschaft. Es war im Mai 1848,an dem Tage, wo ich zum letzten Male ausging, als ich Abschied nahm vonden holden Idolen, die ich angebetet in den Zeiten meines Glücks. Nur mitMuhe schleppte ich mich bis zum Louvre, und ich brach fast zusammen, als ichin den erhabenen Saal trat, wo die hochgebenedeite Gottin der Schönheit,Unsere liebe Frau von Milo, auf ihrem Postamente steht. Zu ihren Füßenlag ich lange und ich weinte so heftig, daß sich dessen ein Stein erbar-men mußte. Auch schaute die Göttin mitleidig auf mich herab, doch zugleichso trostlos als wollte sie sagen! siehst Du denn nicht, daß ich keine Arme habeund also nicht helfen kann?

Ich breche hier ab, denn ich gcrathe in einen larmoyanten Ton, der vielleichtüberhand nehmen kann, wenn ich bedenke, daß ich jetzt auch von Dir, theurcrLeser, Abschied nehmen soll. Eine gewisse Rührung beschleicht mich bei diesemGedanken; denn ungern trenne ich mich von Dir. Der Autor gewöhnt sicham Ende an sein Publikum, als wäre es ein vernünftiges Wesen. AuchDich scheint es zu betrüben, daß ich Dir Valct sagen muß; Du bist gerührt,mein theurer Leser, und kostbare Perlen fallen aus Deinen Thränensäckchen.Doch beruhige Dich, wir werden uns wiedersehen in einer besseren Welt, woich Dir auch bessere Bücher zu schreiben gedenke. Ich setze voraus, daß sichdort auch meine Gesundheit bessert und daß mich Swedenborg nicht belogenhat. Dieser erzählt nämlich mit großer Zuversicht, daß wir in der andernWelt das alte Treiben, ganz wie wir es in dieser Welt getrieben, ruhig fort-setzen, daß wir dort unsere Individualität unverändert bewahren, und daß derTod in unserer organischen EntWickelung gar keine sonderliche Störung her-vorbringe. Swedenborg ist eine grundehrliche Haut und glaubwürdig sindseine Berichte über die andere Welt, wo er mit eigenen Augen die Personensah, die auf unserer Erde eine Rolle gespielt. Die meisten, sagt er, bliebenunverändert und beschäftigen sich mit denselben Dingen, mit denen .sie sichauch vormals beschäftigt z sie blieben stazionär, waren veraltet, rococo, was sichmitunter sehr lächerlich ausnahm. So z. B. unser theurcr Doktor Marti-nuS Luther war stehen geblieben bei seiner Lehre von der Gnade, über die erwährend dreihundert Jahren tagtäglich dieselben verschimmelten Argumenteniederschrieb ganz in derselben Weise wie der verstorbene Baron Ekstein,der während zwanzig Jahren in der Allgemeinen Zeitung einen und denselbenArtikel drucken ließ, den alten jesuitischen Sauerteig beständig wiederkäuend.Aber, wie gesagt, nicht alle Personen, die hienieden eine Rolle gespielt, fandSwedenborg in solcher fossilen Erstarrung; sie hatten im Guten wie im Bö-sen ihren Charakter weidlich ausgebildet in der anderen Welt, und da gab es