Waldeinsamkeit.
Ich Hab' in meinen JugendtagenWohl auf dem Haupt einen Kranz getragen;Die Blumen glänzten wunderbar.
Ein Zauber in dem Kranze war.
Der schöne Kranz gefiel wohl Allen,
Doch der ihn trug hat Manchem mißfallen;Ich floh den gelben Mcnschenneid,
Ich floh in die grüne Waldeinsamkeit.
Im Wald, im Wald! da könnt' ich führenEin freies Leben mit Geistern und Thieren;
Feen und Hochwild mit stolzem Geweih'Sie nah'ten sich mir ganz ohne Scheu.
Sie nah'ten sich mir ganz ohne Zagniß,Sie wußten das sei kein schreckliches Wagniß;Daß ich kein Jäger, wußte das Reh,
Daß ich kein Vernunftmensch, wußte die Fee.
Von Feenbegllnstigung plaudern nur Thoren —Doch wie die übrigen HonoratiorenDes Waldes mir huldreich gewesen, fürwahrIch darf es bekennen offenbar.
Wie haben mich lieblich die Elsen umflattert!Ein luftiges Nölkchen! das plaudert und schnattert!Ein Bischen stechend ist der Blick,
Verheißend ein süßes, doch tödtliches Glück.
Ergötzten mich mit Mai-Tanz und Mai-Spiel,Erzählten mir Hofgeschichten, zum Beispiel:Die scandalose Chronik»
Der Königin Titania.
(213)