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ben war ein Protest gegen die Plebiscita der Tagestribunen. Und in der That,schon die ersten Fragmente, die vom Atta Troll gedruckt wurden, erregten dieGalle meiner Charakterheiden, meiner Römer, die mich nicht blos der literari-schen, sondern auch der gesellschaftlichen Reakzion, ja sogar der Verhöhnungheiligster Menschheits-Jdeen beschuldigten. Was den ästhetischen Werthmeines Poems betrifft, so gab ich ihn gern Preis, wie ich es auch heute nochthne; ich schrieb dasselbe zu meiner eignen Lust und Freude, in der grillen-haften Traumweise jener romantischen Schule, wo ich meine angenehmstenJugendjahre verlebt, und zuletzt den Schulmeister geprügelt habe. In dieserBeziehung ist mein Gedicht vielleicht verwerflich. Aber du lugst, Brutus, dulügst, Kassius, und auch du lügst, Asinius, wenn Ihr behauptet, mein Spottträfe jene Ideen, die eine kostbare Errungenschaft der Menschheit sind und fürdie ich selber so viel gestritten und gelitten habe. Nein, eben weil dem Dich -ter jene Ideen in herrlichster Klarheit und Größe beständig vorschweben,ergreift ihn desto unwiderstehlicher die Lachlust, wenn er sieht, wie roh, plumpund täppisch von der beschränkten Zeitgenossenschaft jene Ideen aufgefaßtwerden können. Er scherzt dann gleichsam über ihre temporelle Bärenhaut,Es giebt Spiegel, welche so verschoben geschliffen sind, daß selbst ein Apollosich darin als eine Karikatur abspiegeln muß und uns zum Lachen reizt. Wirlachen aber alsdann nur über das Zerrbild, nicht über den Gott.
Noch ein Wort. Bedarf es einer besondern Verwahrung, daß die Parodieeines Freiligrath'schen Gedichtes, welche aus dem Atta Troll manchmal muth-willig hervorkichcrt, und gleichsam seine komische Unterlage bildet, keineswegseine Mißwürdigung des Dichters bezweckt? Ich schätze denselben hoch, zumaljetzt, und ich zähle ihn zu den bedeutendsten Dichtern, die seit der Juliusrevo-luzion in Deutschland ausgetreten sind. Seine erste Gcdichtesammlnng kammir sehr spät zu Gesicht, nämlich eben zur Zeit als der Atta Troll entstand.Es mochte wohl an meiner damaligen Stimmung liegen, daß namentlich derMohrenfürst so belustigend auf mich wirkte. Diese Produkzion wird übri-gens als die gelungenste gerühmt. Für Leser, welche diese Produkzion garnicht kennen —und es mag deren wohl in China und Japan geben, sogar amNiger und am Senegal — für diese bemerke ich, daß der Mohrenkönig, derzu Anfang des Gedichtes aus seinem weißen Zelte, wie eine Mondfinstcrniß,hervortritt, auch eine schwarze Geliebte besitzt, über deren dunkles Antlitz dieweißen Straußsedern nicken. Aber kricgsmuthig verläßt er sie, er zieht indie Negerschlacht, wo da rasselt die Trommel mit Schädeln behangen—ach!er findet dort sein schwarzes Waterloo und wird von den Siegern an dieWeißen verkauft. Diese schleppen den edlen Afrikaner nach Europa, und hierfinden wir ihn wieder im Dienste einer herumziehenden Reutergesellschast, dieihm, bei ihren Knnstvorstellungen, die türkische Trommel anvertraut hat.