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4 (1855) Deutschland. Atta Troll. Romanzero. Neueste Gedichte
Entstehung
Seite
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Gauen schier verleidet, ich feiere deshalb meine Weihnachten in der Fremde,und werde auch in der Fremde, im Exil, meine Tage beschließen. Die wackcrnKämpen für Licht und Wahrheit, die mich der Wankclmiithigkeit und desKncchtsinns beschuldigten, gehen unterdessen im Vaterlande sehr sicher umher,als wohlbestallte Staatsdiener, oder als Wiirdeträger einer Gilde, oder alsStammgäste eines Cinbs, wo sie sich des Abends patriotisch erquicken amRebensäfte des Vater Rhein und an mcerumschlungencn schleßwig-holsteini-schcn Austern.

Ich habe oben mit besonderer Absicht angedeutet, in welcher Periode derAtta Troll entstanden ist. Damals blühte die sogenannte politische Dicht-kunst. ' Die Opposizivn, wie Rüge sagt, verkaufte ihr Leder und ward Poesie.Die Musen bekamen die strenge Weisung, sich hinführo nicht mehr müßigund leichtfertig nmherzutreiben, sondern in vaterländischen Dienst zu treten,etwa als Marketenderinnen der Freiheit oder als Wäscherinnen der christlichgermanische» Nazionalität. Es erhub sich im deutschen Baldenhain ganzbesonders jener vague, unfruchtbare Pathos, jener nutzlose Enthusiasmus-dunst, der sich mit Todesverachtung in einen Oeean von Allgemeinheitenstürzte, und mich immer an den amerikanischen Matrosen erinnerte, welcherfür den General Jackson so übcrschwänglich begeistert war, daß er einst vonder Spitze eines Mastbaums ins Meer hinabsprang, indem er ausrieftichsterbe für den General Jackson!" Ja, obgleich wir Deutschen noch keineFlotte besaßen, so hatten wir doch schon viele begeisterte Matrosen, die für denGeneral Jackson starben, in Versen und in Prosa. Das Talent war damalseine sehr mißliche Begabung, denn es brachte in den Verdacht der Charakter-losigkeit. Die scheelsüchtige Impotenz hatte endlich, nach tausendjährigemNachgrübeln, ihre große Waffe gefunden gegen die Uebermüthen des Genius;sie fand nämlich die Antithese von Talent und Charakter. Es war fast per-sönlich schmeichelhaft für die große Menge, wenn sie behaupten hörte: diebraven Leute seien freilich in der Regel sehr schlechte Musikanten, dafür jedochseien die guten Musikanten gewöhnlich nichts weniger als brave Leute, dieBravheit aber sei in der Welt die Hauptsache, nicht die Musik. Der leereKopf pochte jetzt mit Fug aus sein volles Herz, und die Gesinnung warTrumpf. Ich erinnere mich eines damaligen Schriftstellers, der es sich als einbesonderes Verdienst anrechnete, daß er nicht schreiben könne; für seinen höl-zernen Sthl bekam er einen silbernen Ehrenbücher.

Bei den ewigen Göttern! damals galt es die unveräußerlichen Rechte desGeistes zu vertreten, zumal in der Poesie. Wie eine solche Vertretung dasgroße Geschäft meines Lebens war, so habe ich sie am allerwenigste» im vor-liegenden Gedicht außer Augen gelassen, und sowohl Tonart als Stoff desscl-