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Fragmente und Aphorismen
Entstehung
Seite
47
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let Gedanken in den Ginn, Gedanken uralterWeisheit, aber sie sind so neblicht, daß ich nichterkenne, was sie wollen. Nur so viel weiß ich,daß all unser kluges Wissen. Streben und Her-vorbringen irgend einem höheren Geiste eben soklein und nichtig erscheinen muß. wie mir jeneSpinne erschien, die ich ans der Böitinger Biblio-thek so oft betrachtete. Auf den Folianten derWeltgeschichte saß sie emsig webend, und sieblickte so philosophisch sicher auf ihre Umgebung,und hatte ganz den Götting'schen Gelahrtheiis-Dünkel, und schien stolz zu sein auf ihre mathema-tischen Kenntniss-, auf ihre Kunftlcistungen, auf ihreinsames Nachdenken - und doch wußte sie nichtsvon all den Wundern, die in d.m Buche stehen,worauf sie geboren wurde, worauf sie ihr ganzes Le-ben verbracht hatte, und worauf sie auch sterben wird,wenn der schleichende vr. L. .... sie nicht verjagt.

Und wer ist der schleichende t>r. L ? Seine

Seele wohnte vielleicht einst in eben einer solchenSpinne, und jetzt hütet er die Folianten, woraufer einst saß und wenn er sie auch lieft, er er-fährt doch nickt ihren wahren Inhalt.

Was mag auf dem Boden einst geschehen sein,wo ich jetzt wandle? Ein Conrector, der hier ba-dete, wollte behaupten, hier sei einst der Dienstder Hertha oder besser gesagt Forsete begangenworden, wovon Tacitus so gebeimnißvoll spricht.Wenn nur die Berichterstatter, denen Tacitusnacherzählt, sich nicht geirrt und eine Badekutsche