Druckschrift 
Fragmente und Aphorismen
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

da ist es sehr verzeihlich, wenn er an der Eckevon Cveapside einen armen deutschen Poeten, dereinen Bilderladen angaffend ibm in dem Wegesteht, etwas unsanft auf die Seite stößt, tlnd dam»!

Da« Bild aber, welche« ich an der Ecke vonCbeapside angaffte, war dir Uebergaug der Fran-zosen über die Beresina.

Als ich. au« dieser Betrachtung aufgerüttelt,wieder auf die tosende Straße blickte, wo ein bunt-scheckiger Knänl von Männern, Weibern, Kindern,Pferden, Postkutschen, darunter auch ein Leichen-^ zug sich brausend» schreiend, ächzend und knarrenddabinwälzte: da schien e« mir, a!« sei ganz Lon-don eine Bcresinabrücke, wo jeder in wahnsinnigerAngst, um lein Bischen Leben zu fristen, sich durch-dringen will, wo der kecke Reiter den armen Fuß-gänger niederstampft, wo derjenige, der zu Bodenfällt, auf immer verloren ist, wo die besten Kame-raden fübllo« einer über die Leiche de« andern

festklammern wollten, in die kalte Eisgrube de»Todes hinabstürzen.

Wie viel heiterer und wohnlicher ist es dagegenin unserem lieben Deutschland! Wie traumbakt ge-mach, wie sabatblich rubtg bewegen sich die Dinge!Rnbig zi-Ht die Wache ans, im rubigen Sonnenscheinglänzen die Uniformen und Hänser, an den Flie-sen flattern die Schwalben, aus den Fenstern

s