U r s p i' u li g (I e r M i n e r a I <| u e 11 e n.
1119
durchaus klaren und ins Einzelne eingehenden Einsicht erman-geln. Steffens 1 darf als derjenige Gelehrte genannt werden,welcher dieselbe am bestimmtesten und entschiedensten aus-sprach, wenn gleich andere schon früher auf die in der Ka-tar im Grofsen vorkommenden galvanischen Wirkungen hin-deuteten. Um den vermeintlichen Schwierigkeiten zu entgehn,welche der gangbaren physisch - chemischen Aullösungstheoriewegen der iibergrofsen Menge der in den Mineralquellen ent-haltenen Substanzen entgegenzustehn schienen, sollten die Ber-ge, aus denen solche Wasser entspringen, grofse Volta’scheSäulen bilden und als solche durch Potenzirung aus unbe-kannten Stoffen oder durch blofse schaffende Kraft den Ge-halt der Quellen erzeugen. Diesemgemäfs behauptete Stef-fens, „warme Quellen, Erdbeben und vulcanische Ausbrüche„fänden nur da statt, wo Steinkohlenlager vorhanden sind„weil diese allein die Verbrennung möglich machten und in„dem grofsen elektromotorischen Apparate der Erde eine kräf-tige elektrische Spannung unterhalten könnten. Habe man„aber diese Erscheinungen in den Frimitiv - Formationen Süd—„america’s zu beobachten geglaubt, so seyen steinkohlenhalti-„ge Flötz - Porphyre mit Urporphyren verwechselt worden.“Vos Humboldt 1 2 aber wies nach, dafs die heifsen Quellenvielmehr vorzugsweise aus Granit und Gneis ausströmen unddafs er in Gemäfsheit des selbstgesammelten reichen Schatzesvon Erfahrungen keineswegs geneigt sey, die Erde für einegrofse Pile zu halten. Von einem bekanntlich so scharfsinni-gen Denker liefs sich übrigens kein andres Urtheil , als die-ses, erwarten, denn die Hypothese mit ihrem Unterstützungs-grunde fordert nichts Geringeres, als anzunehmen, dafs dienämlichen Berge genügen sollen, dasjenige als producirendeMaschinen zu erzeugen, wozu sie als Product nicht ausrei-chen, so undenkbar es auch immerhin ist, dafs eine Volta’-sche Säule eine gröfsere Masse zerlegter Substanzen liefere,als sie selbst beträgt. Koch auffallender aber mul's es bei die-ser Hypothese seyn , dafs sie sich der Mühe überhebt nach-zuweisen, aus welchen Substanzen die vermeintlichen Säulendie Troducte ihrer Zerlegung erhalten, da es schwerlich je-
1 Gcognostisch-geologische Aufsätze. Hamb, 1810. S. 322.335,
2 Reisen, D, Uebers, Th. HI, S. 42,