1010 Pyrometrie.
durch einzelne Grade bis zum Schmelzpuncte des reinen Pla-tins fortschreitet.
Man übersieht bald, dafs hierbei zu viele unbegründeteVoraussetzungen angenommen werden, als dafs man auf die-sem Wege zuverlässige pyrometrische Messungen erwartendürfte , und das vorgeschlagene Mittel kann daher nur für re-lative Bestimmungen angewandt werden. Uebrigens zeigtPiusfSEF mit Recht, dafs die Messungen auf die angegebeneWeise sich sehr leicht anstellen lassen, auch die wenigstenKosten und die geringste Sorgfalt erfordern. Man bedarfnämlich blofs die angegebnen 10 Ailingen von Silber und Goldund die 100 folgenden von Gold und Platin, jedes als einkleines Kügelchen von der Gröfse eines Stecknadelknopfs, wel-che in einem Kästchen liegend man sogar mit sich herumtra-gen kann. Diese plattet man etwas auf einem Ambos miteinem kleinen Hammer, legt sie in einen kleinen Tiegel undbringt sie auf diese Weise in die zu prüfende Plitze, derenStärke demjenigen Scalentheile proportional ist, zu welchemdas in ihr eben schmelzende Metallgemisch gehört, und dasKügelchen, worin dieses zusammenschmelzt, kann zu einemfolgenden Versuche wieder benutzt werden. Wiewohl übri-gens eine eigentliche Messung auf die hier angegebne Meiseunmöglich ist, weil die hierzu erforderlichen Grundbestim-mungen fehlen, so könnte dennoch die Anwendung diesesVorschlags eben wegen der Leichtigkeit und Bequemlichkeitsehr nützlich werden, wenn man zuvor vermittelst eines derangegebnen Luftpyrometer die Werthe der Scalentheile, bei |denen die Schmelzung erfolgt, aufgefunden hätte; ja man jkönnte sogar, wenn dieses einmal geschebn wäre, selbst bis ;zum Schmelzpuncte des Platins gelangen, was mit jenen bessernPyrometern unmöglich ist.
M.
Pyrometrie.
Pyrometria; Pyrometrie; Pyrometry.
Man versteht hierunter eigentlich, und in den neuern Zei-ten bestimmt, die Ausmessung des Feuers oder der höhernbis zu den höchsten Graden der Hitze. Weil aber ehemalsdas Feuer allgemein als die Ursache der Wärme-Erscheinungen