Aus Platin.
991
biegen, ja selbst zusammenschweifsen miifsten, wonach alsoauf richtige Resultate gar nicht zu rechnen sey. Ueber seineignes früheres Pyrometer urtheilt er, dafs es allerdings fürwissenschaftliche Bestimmungen und in eigends gebauten Oefenangewandt werden könne, keineswegs aber dem Techniker fürhohe Hitzegrade ähnliche Dienste leiste, als das gewöhnlicheThermometer für niedere. Guyton’ s verbesserte Bestimmungendes Wedgwood’schen Pyrometers, wonach der Nullpunct derScale bei 517° F. liegen und 1° W. mit 62°, 5 F. correspon-diren solle *, erzeugen dann eine ziemlich nahe Ueberein-stimmung zwischen den mit dem Wedgwood’schen und demDaniell’schen Pyrometer erhaltenen Bestimmungen hoher Hitze-grade, jedoch kann die Messung vermittelst der Thoncvlinderwegen stets ungewifs bleibender Zusammenziehung derselbennie auf einen erforderlichen Grad der Genauigkeit Anspruchmachen.
Das neue Pyrometer besteht aus dem der Hitze auszu-setzenden Theile und dem eigentlichen Mefsapparate, welchebeide einzeln für sich bestehn. Der erstere ist eine solideStange Reifsblei oder ein aus einem gemeinen Graphittiegelausgeschnittenes Stück DD, DD, 8 Zoll lang, 0,7 Z. breit undFig.eben so dick. In diesen ist ein rundes Loch 7,5 Z. tief und0,3 Z. weit gebohrt und zur Aufnahme der Platinstange ooqbestimmt. Auf dieser ruht der Index rt von Porzellan, wel-cher vor dem Versuche bis zur Berührung der Platinstangeniedergedrückt wird , wodurch man die letztere zugleich festgegen den Boden der Höhlung iry dem Graphitstücke prefst.
Die vierkantige Graphitstange ist am obern Ende in einer Län-ge von 0,6 Z. bis zur Mitte ihrer Höhlung weggeschnitten, sodafs die hierdurch gebildete Fläche mit jeder der beiden Sei-tenflächen genau einen rechten Winkel bildet, die eingesenkteForzellanstange aber wird durch einen umgewickelten, durchden aus Porzellan bestehenden Keil s gestrafften , Platindrahtfestgehalten. Der Mefsapparat besteht aus einer Regel A AI'von Messing, auf deren unterer Seite die Schiene aa vermit— ^telst der Schrauben b, b, auf der obern dagegen die kleine
1 Diese Bestimmungen weichen etwas von den oben mitgetheil-ten ab; es ist aber schwer, sie mit gröTster Schärfe aus den ausführ-lichen Untersuchungen aufzufinden.
ooerq