Druckschrift 
3 (1902) Register
Entstehung
Seite
XII
Einzelbild herunterladen
 

XII

liier nur die wichtigsten Lesarten verzeichnet werden, dann folgen die Träger desselben Familien-namens, alphabetisch geordnet nach dem Vornamen, bei gleichem Vornamen geordnet nach derZeitfolge der Inscription. Bei jedem Namen ist das Inscriptionssemester und die Zahl innerhalbder Nation vermerkt. Hierdurch wurde, ohne daß der Umfang des Registers erheblich vergrößertworden wäre, dem Leser das Nachschlagen erleichtert. Zugleich läßt diese Anordnung sogleicherkennen, welche Stadtkinder gleichzeitig in Leipzig studirten, und wie die Frequenz der Studi-renden aus demselben Orte zeitweilig wechselte.

AVie schwer es zuweilen ist, die angegebenen Ortsnamen des Näheren zu bestimmen, brauchtdem Kundigen nicht gesagt zu werden. Die Eintheilung der Studirenden nach Nationen, zumalda sie im Sommersemester 1520 eine wesentliche Veränderung erfahren hat, und da an einzelnenPunkten die Grenzen vielfach unsicher blieben, gestattet nicht immer einen sicheren Nachweis.Nähere Angaben nach einer nahe gelegenen großen Stadt, nach der Diöcese, nach einem Flusse sindselten, und die Zusätze zu den Ortschaftsnamen, wie Alt-, Neu-, Ober-, Unter-, Gross-, Klein- u. s.w.fehlen entweder gänzlich oder erscheinen nur ganz vereinzelt. Dazu kommt die durch den Dialektdes Sprechenden und des Hörenden oft sehr stark veränderte Namensform, die völlig unsichere,proteusartige Schreibweise, endlich auch die Willkür in der Latinisirung der Namen, die die Aufgabeder Bestimmung erschwert, ja unmöglich macht. AVas mir an Hilfsmitteln zugänglich war, habe ichzum Nachweis der Ortsnamen benutzt. Daß dabei Irrthümer untergelaufen sind, ist natürlich nichtausgeschlossen. In einzelnen Fällen, wo jeder Anhalt mir fehlte, habe ich auf einen Nachweisverzichtet. Besonders schwierig gestaltete sich die Bestimmung, wenn ein Ortsname innerhall)desselben Gebietes bald mit, bald ohne einen unterscheidenden Zusatz vorkommt. Es bliebdann nichts übrig, als von einem Ortsnamen auf den andern zu verweisen, obwohl dabei sicherdie Angehörigen desselben Ortes, ja derselben Familien von einander getrennt wurden. So ist z. B.Neustadt an der Orla nat. Misn. von Neustadt nat. Misn. getrennt worden, da es in der meißnischenNation noch mehr Orte des Namens Neustadt giebt, obwohl anzunehmen ist, daß die meisten Neu-städter meißnischer Nation aus Neustadt an der Orla stammen. So sind ferner die Donauwörtherauch unter AVörth zu suchen, denn wenn auch die Rectoratsmatrikel Donauwörth und Wörth ge-legentlich unterscheidet, so liegt es doch auf der Hand, daß in vielen Fällen AAmrth nicht das kleinefränkische Städtchen, sondern Donamvörth ist. Meist habe ich die Ortsnamen nach dem Stammwortmit Nachsetzung der Zusätze Alt-, Neu-, Gross-, Klein- u. s. w. in das Register aufgenommen. Dochhabe ich in einzelnen Fällen Ausnahmen von dieser Regel machen müssen. Der Sicherheit wegenist daher unter dem Stammwort wie unter dem näher bestimmenden Zusatze nachzusehen.

Wiederholt geschieht es, daß in den Promotionslisten ein anderer Geburtsort angegeben wirdals in der Rectoratsmatrikel. Zumeist findet dieser Umstand seine Erklärung wohl darin, daß sichJemand bald nach seinem Geburtsort, bald aber auch, weil dieser vielleicht unbedeutend und daherwenig bekannt war, nach der zunächst gelegenen größeren Stadt nannte. Doch scheint es auch vor-gekommeu zu sein, daß, wenn Familien den Wohnort gewechselt hatten oder an zwei Orten ansäßigwaren, ihre Angehörigen bei der Frage nach dem Heimathsort verschiedene Angaben gemacht haben.Ich habe es in der Regel bei der Angabe der Rectoratsmatrikel belassen, aber stets die abweichendeAngabe des Promotionsverzeichnisses hinzugefügt, im Uebrigen mich aber auf Verweise beschränkt.

Die Graduirten fremder Universitäten sind nach den Angaben der Matrikel und der Promotions-verzeichnisse unter den Universitätsstädten, und zwar nach den Bürgerssöhnen mit ihren Gradenaufgeführt worden. Auch habe ich die Stiftskanoniker, Mönche und Weltgeistliche, die sich inscribircnließen, unter den einzelnen Städten mit Angabe der Stifte, Klöster und Kirchen genannt. Zweifel-haft blieb es dabei häufig, ob die Religiösen und Weltgeistlichen derselben Stadt entstammten, inder sich das Stift, das Kloster oder die Kirche befand, oder ob ein nach dem Geburtsort angeführterMönch dem in diesem Orte befindlichen Kloster angehörte oder dem Kloster einer anderen Stadt.