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dcS Klosters Vicovaro wählten ihn zu ihrem Abt und zwangen ihn,dies Amt anzunehmen. Die Strenge seiner Sitten und der Ernstseiner Gebote mißfielen den Verderbten so sehr, daß sie ihn mitWein zu vergiften trachteten. Allein ihr ruchloser Plan scheiterte.Denn wie Er den Wein segnete und das Zeichen des Kreuzes dar-i'ibcr machte, so sprang der Pokal klirrend in tausend Stücke. DesLebens unter solchen Schandgcscllcn müde, legte er seine Abtsstellenieder und zog sich wieder in die Einöde zurück. Dort sammeltensich der Schüler und Jünger so viele um ihn, daß er in den siebenJahren von 620 — 527 für sie 12 Klöster in der Runde baute undjedes derselben mit 12 Religiösen unter einem Abt besetzte. Diemusterhafte Ordnung und Lebensweise in diesen Klöstern zog vonallen «Leiten fromme Menschen an, um den Diener Gottes von An-gesicht zu Angesicht zu sehen unv Lehren aus seinem eigenen Mundzu empfangen. Floren tinus, ein Priester der Nachbarschaftspielte, aus Neid über solchen Ruhm, ihm so vcrdrüßliche Ränkeund wußte seiner Mönche Viele so bedenklich aufzuhetzen, daß Be-nedict schon 528 auf den Berg Cassino (Monto Oassiuo) bei Nea-pel mit einigen Getreuen sich zurückzog. Dort stand ein alter Apol-lotempel in einem heiligen Hain, wo zuweilen noch Landlcute derUmgegend heidnische Opfer gebracht zu haben scheinen. Entsetzt obsolcher Greuel in dem christlichen Gebiet, vernichtete Benedict dasGötzenbild, zerstörte den Altar, hieb den Hain nieder, weihte denTempel zu einer Kirche des h. Martin, setzte darein einen Altar demApostel Johannes und begann mit siegender Beredsamkeit die Be-kehrung der ganzen Gegend. Für die stets wachsende Menge dervon allen Seiten zuströmenden Schüler baute er um seine Kircheein Cönobium, woraus später das welthistorisch berühmte KlosterMonte Cassino sich bildete. Hier schrieb er auch als Abt 629 seineKlostcrregcl, welche dem ganzen Mönchswcscn im Occident eine an-dere Gestalt gab, für geraume Zeit in Europa eine Art von Allein-herrschaft übte und trotz aller spätem Varietäten und bunten Namenin dem Orden der Benedictiner, heute noch als unverrückbares Fun-dament in allen Bcncdictinerklöstern heilig geachtet wird. Bei derAbfassung dieser Regel ging er offenbar von dem Grundgedankenaus, daß: wer einmal dem Klosterleben sich widmen wolle, auch le-benslänglich und unwiederbringlich dabei beharren müsse. In diesemSinn schuf er das feierliche Gelübde. Er sah ein, daß dasKlostcrlcben in seiner Acußerlichkeit von Tracht ?c. je nach Klimaund Nationalität kleine Mvdisicationen erleiden müsse. Darum gaber nicht nur solche Modifikationen vorhinein zu, sondern bestimmteeigentlich nicht einmal die Tracht genau. Er fand, daß das vaci-rendc Leben der Mönche von Ort zu Ort und von Land zu Land,unmöglich gute Früchte tragen und daß der Zweck des Klosters nurdann erreicht werden könne, wenn die Mönche mit der Außenwelt inmöglichst wenige Berührung kämen. Zu diesem Zweck drang er al-