Druckschrift 
1 (1837)
Entstehung
Seite
223
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X.

Der heilige Benedict von Nursia. Die Neligiosen und Klostertrauen seiner Regel.

Hier, in ausgehöhlten Felsen,

Wohntest du, weiser Siedler,

Dem Gott dich weihend,

Dem dein Herz und deine Seele brannte.

Große EntzückungenWandelten dir vom Ufer herüber,

Wenn der donnernde StromDir unten sein Kirchenlied sang.

In nächtlichen SchaurenUnd SturmessausenSprach der Ewige zu dir.

Mit Scheu betret' ich die Wege,

Die deine Füße gingen,

Und zürnen möcht' ich —

Wenn Zorn sich lohnteSo schwachem Unverstand —

Hör' ich deines Namens spotten.

L. Tieck.

enedict ist der Sohn wohlhabender, nach Einigen adeliger El»lern und wurde 48V zu Nursia (jetzt Norcia) in Umbrien geboren.In Rom sollte er seinen wissenschaftlichen Unterricht genießen, verließaber diese Stadt, weil das zügellose Leben seiner Studiengefährtcnihn aneckeltc. Von seiner alten Wärterin begleitet, floh er in dieunwirthliche, wilde Einöde von Subiaco bei Palcstrina in den Apen-ninen und lebte dort drei Jahre in strenger Einsamkeit in einerkaum zugänglichen Höhle, welche jetzt den Namen der heiligen Grotteführt. Romanus, ein Mönch versah ihn zuweilen mit Lebensmit-teln. Die Anfechtung der Sinnenlust zu bewältigen, wälzte er sichmit nacktem Leib auf Nesseln und Dornen von wilden Rosen undverdoppelte seine Kastciungen. Hirten entdeckten endlich 497 seinenAufenthalt, erschraken anfänglich vor ihm, als vor einem unbekann-ten Ungethüm, wagten sich naher und verehrten bald in ihm einenHeiligen. Sein Ruf durchdrang die ganze Umgegend. Die Mönche