Qualm der Märtyrer, an die Pönitmzm der berühmtesten Ascctender ersten Christlichen Zeiten, oft an das Unmenschliche *).
») Die Gelübde der Demuth, des Kasteiens, Fastens?c. wurden an-fänglich in dem Orden der unbeschuheten Karmeliter mit fast übermensch-licher Strenge geübt, «nd mit aller nur möglichen Härte den Novizen ein-geprägt. Theresia und Johann de la Croix gingen darin mit namenlosemEifer stets als Muster Allen voran. Nicht minder streng mußte dem Ge-lübde des Gehorsams entsprochen werden. Die Stimme des Supe-riors ist die Stimme Gottes! hieß der große Grundsatz. Wie wört-lich derselbe beachtet wurde, mögen einige Beispiele zeigen. Die Supe-riorin des Klosters zu Walladolid sagte einer Nonne, welche sie demüthigenund strafen wollte: Du bist nicht werth mit den übrigen Schwestern inGesellschaft zu leben, gehe zu den Mauleseln in den Garten, binde Dichan unter ihnen, und friß in ihrer Gesellschaft. Und die Nonne that wört-lich wie ihr befohle» war und gcberdete sich in allem wie ein Maulesel,bis die Superiorin nach einigen Tagen sie wieder frei gab. — Ein Fratecmachte kein gar freundliches Gesicht über ein Stück harten abscheulichenBredes, welches ihm zum Essen vorgesetzt worden. Sogleich befahl ihmder Superior, sich zu entkleiden, in den Stall zu gehen, sich an die Krippe zubinden und daraus gleich den Mauleseln Stroh und Hafer mit dem Mundzu essen, ohne die Hände zu gebrauchen. Und es geschah wörtlich also. —Aua: der leidende Gehorsam wurde stattlich geübt. Der kerngesunde Fraterwurde vom Superior für krank erklärt, und sogleich legte er sich zu Bett,enthielt sich des Essens und Trinkens, nahm Arznei ein, welche man ihn:reichte und blieb krank, bis der Obere ihn wieder gesund sein hieß. — Inallen menschlichen Dingen ist der Mittelweg leider so schwer zu finden!Der Strafcodcx der Karmelitcrklöster ist drakonisch.