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1 (1837)
Entstehung
Seite
67
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und selbst in den verderbtesten Zeiten die allgemeinste Achtung diesenNonnen erhielten.

Das Frauenklosterwescn entwickelte schon früh eine für dieübrige Gesellschaft wohlthätige Seite, indem es sich zu einer Artvon Sittenvcrbesserungsanstalt gar häufig verwenden ließ, und diezügellosesten Gemüther nicht selten aus die Bahn des Anstandes undder Bekehrung zurückführte. Der große Klosterorden des heiligenAugustin kam auf den glücklichen Gedanken, Klostergcmeindcn fürreuige und bußfertige Frauenzimmer zu errichten, und dieselbe demunmittelbaren Schutz der heiligen Maria Magdalena zu vertrauen.Alle Lander hatten solche Kloster von küssenden Schwestern, Büsse-rinncn, Bekehrten ?c. nach der Regel des heil. Augustin. Die StadtOrvicto in Italien sollte eine solche Anstalt nach der Regel derKarmeliter erhalten.

Der Edelmann Antonio Simoncelli hatte daselbst einHaus für Aufnahme armer, von ihren Eltern verlassener Madchen,die in Gefahr standen ihre Ehre zu verlieren, gestiftet, und damitseiner Vaterstadt eine Wohlthat erwiesen. Papst Alexander VII.ließ 1662 dieses Haus in ein Kloster verwandeln, worin Frauenund Mädchen, welche ihre Ehre verloren hatten, aufgenommen wur-den, das Gelübde ablegen und ein küssendes Leben führen sollten,und zwar nach der Regel der Karmeliter, wie Papst Eugen IV.solche gemildert hatte. Statt eines Noviziats bleiben diese Nonneneinige Monate in ihrer weltlichen Kleidung im Kloster, entsagen beider spätcrn Einkleidung förmlich dem Probejahr, erhalten für daserste Jahr einen weißen, später einen schwarzen mit Weiß gefüttertenSchleier, welcher nebst den Pantoffeln auf sehr hohen Sohlen, dieseküssenden Nonnen von Orvicto von den unbcschuheten Kar-mcliterinnen unterscheidet.

Die Karmeliter besitzen ein Scminarium der Glaubens-bothschaften zu Rom, worin Karmeliter-Barfüßer zu Erlernungder morgenländischcn Sprachen aufgenommen werden, und gelobenmüssen, sich künftig als Missionäre zu Bekehrung der Ketzer undHeiden verwenden zu lassen, wie es ihre Obern für zweckmäßigfinden würden. Solche Missionen hatten ihre eigenen Häuser undAnstalten in Hispahan, Sind! und Tatah in der Mongolei, zuMalabar, Bassora, auf dem Berg Libanon, zu Aleppo, Goa ?c.und durch ganz Syrien, Ostindien und einen Theil von Afrika,und bestehen größtcnthcils noch heute.

Ich schließe dieses Kapitel mit der Bemerkung, daß es nament-lich bei den unbeschuhctcn Karmelitern und Karmcliterinnen die fastübermenschlich strenge Auslegung und Anwendung des Gelübdes desGehorsams gegen die Obern war, was diesem Orden so viele Sor-gen und so hartnäckige Kämpfe unter seinen eigenen Eongregationenzuzog. Ja, die Beweise von Gehorsam und Büssungcn, welchevorzüglich den Nonnen bisweilen auferlegt wurden, grenzen an die

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