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1 (1837)
Entstehung
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Einleitung

<->Hn den ersten zwei Jahrhunderten unserer Zeitrechnung hatte sichdas Christenthum durch den Eifer der Apostel und ihrer frommenNachfolger, durch Lehre und Beispiel eines hehren MartyrerthumSfür den Glauben, bereits über Asien, Afrika und Europa verbreitet.

Geduldet oder verfolgt, geliebt oder gehaßt, beschützt oder un-terdrückt und mißhandelt, lebten Christen "durch alle Provinzen desunermeßlichen Römcrrcicks zerstreut, jedoch gewissermaßen als eineeinzige große kirchliche Gemeinde, unter priestcrlichcn Führern undOberhauptern; — aber bürgerlich dem heidnischen Regiment derKaiser und ihrer Statthalter untergeordnet.

Die geistlichen Oberhaupter und kirchlichen Lehrer waren nichtsweniger als einig in ihren Ansichten und Begriffen von der Reli-gion Christi und von den Glaubensartikeln. Kampf und Zank undheftige Reibungen über verschiedene Auslegungen der Natur undVorschriften Christi und der Apostel, waren an der Tagesordnung,und erhielten die ganze christliche Kirche in dem Zustande zwcifclvol-ler Wachsamkeit und Gespanntheit, angstlicher Sorge und grübeln-der Gereiztheit.

Spaltungen, Schismata, Irrlehren, Ketzereien überall. VonJahr zu Jahr der philosophischen Denker und begeisterten Eiferermehr, welche neue Lehrsatze zu Tage förderten, hergebrachte Begriffeumstürzen oder berichtigen, neue Lehren Anderer bestreiten und wi-derlegen wollten. Große Versammlungen der kirchlichen Haupterund Lichter, mit dem rastlos crneueten Bestreben: der gcoffenbarten,von Christus und seinen Jüngern gelehrten Religion, einen positivenStandpunkt, ein bleibendes Fundament, eine dauernde Richtung zugewinnen, eine einzige, vollgültige, authentische Interpretation zuerringen.

Alles Ethische trat bei diesen Spaltungen und Streitigkeitenwehr und mehr in den Hintergrund. Mystik und Symbolik wur-den oft auf die kindischste Weise für Religion gehalten, als Haupt-sache erklärt, und Auslegungen der heiligen Bücher beliebt, worüber» jeder denkende und glaubige Christ jeder Confession heutzutage stau-l nend sich entsetzen muß.

v. Biedenseld'6 Mönchsorden. I. 1