Materie.
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21) Es ist sehr leicht, hiervon eine Anwendung auf dieunendliche Theilbarkeit der Materie zu machen. Man darfallerdings sagen, die Materie sey ins Unendliche theilbar, undzwar in zweifacher Beziehung. Zuerst läfst jeder wirklich ge-gebene Körper sich halbiren, die Hälfte wieder und so fort,ohne dafs jemand wegen Mangels an Kenntnifs des eigentli-chen Wesens der Materie und der Gröfse ihrer hypotheti-schen Atome sagen kann, eine weitere Theilung sey unmög-lich. Hier ist also die Behauptung einer Theilung ins Un-endliche nichts weiter als eine Negation unserer Kenntnifs derwirklichen Gröfse der Körperelemente. Zweitens kann jeneBehauptung in dem Sinne aufgestellt werden, dafs wirklichviele Körper factisch in kleinere Theile sich zerlegen lassen,als welche noch Gegenstand unserer Messung und Vorstellungbleiben, wie schon oben bemerkt worden ist 1 . Es kann jedoch kei-neswegs mit scharfer Begriffsbestimmung gesagt werden, die Ma-terie sey unendlich theilbar, oder es gebe unendlich kleine Theileder Materie; denn da das mathematische unendlich Kleine mitdem Nichts zusammenfällt und von beiden nichts prädicirtwerden kann, so würde dieses so viel heifsen, als es gebeein Nichts, von dem nichts prädicirt werden könne, welchesaber zugleich ein Etwas sey, von dem etwas prädicirt wer-den könne. Zugleich kann das Unendlichkleine nicht sum—mirt werden, und wollte man sagen, dafs eben die unendli-che Menge der unendlich kleinen Theilchen eines Körpersvereint diesen wieder geben müfsten, so ist dieses zwar einganz artiges Spiel mit Worten, allein dabei ist vergessen, dafsnach der eben mitgetheiiten geometrischen Demonstration dieunendliche Menge unendlich kleiner Theilchen das aus ihnenhervorgehende Endliche gar nicht zu bestimmen vermag, ab-gerechnet, dafs es hiernach auch erlaubt seyn nnifste , denKörper vorher erst in zwei oder mehrere Theile zu theilen,wonach es dann zw’ei halbe unendliche Mengen unendlichkleiner Theile gäbe, eine Absurdität, aus welcher deutlichhervorgeht, dafs der Begriff des unendlich Kleinen auf dieihrem Wesen nach stets endliche Materie gar keine Anwen-dung leidet. Die Materie endlich ist das Ausgedehnte imRaume, das Raum Erfüllende, der körperliche Raum aber hat
1 Vcrgl. Theilbarkeit.