Druckschrift 
2 (1844)
Entstehung
Seite
157
Einzelbild herunterladen
 

Gradmessungen.

157

Ofverbom, Palander und Ilolmquist anvertraut wurde.Diese Herren reisten Anfangs 1802, mit allen nöthigen Instru-menten versehen, nach Lappland ab, und überwanden binnen zweiJahren durch Anstrengung und Beharrlichkeit die obwaltendengrossen Schwierigkeiten fast gänzlich. Auf eine, auf dem zu-gefrornen Flusse Torneo gemessene, Basis von 7414,5 Toisenwurde ein zweckmässig angeordnetes Dreiecksnetz begründet,und 1803 die ganze Gradmessung glücklich vollendet *). DieEndpunkte dieses Dreiecksnetzes waren Mallörn (65°öl'52",14n. Br.) und Pahtavara (67 n 8'51 ",55 n. Br.); der gemesseneBogen betrug mithin 1°37'19",57 und die terrestrische Distanzder Parallelkreise 92777,981 Toisen. Hiernach hatte für66°20'10 // n. Br. der Grad die Länge von 57196,16 Toisen,mithin mehr als 200 Toisen weniger, als wie sie Maupertuisgefunden hatte.

Die neue Gradmessung besitzt unstreitig wesentliche Vor-züge vor der altern vom Jahre 1756. Denn die Basis ist länger,die Wahl der Dreiecke vorzüglicher und die Uebereinstimmungderselben unter sich viel grösser. IVur ein einziges Mal kommtein Fehler von 10 Secunden vor, während in den altern Mes-sungen die Fehler von 18 bis auf 40 Secunden steigen. Auchübertrifft der gemessene Bogen den frühem fast um das Doppelte,und der zu allen angewandte Multiplicationskreis gewährte einegrössere Genauigkeit, als die Quadranten und Scctoren vonMaupertuis. Zwar konnte man demnach einen Unterschiedvon etlichen Secunden für erklärlich halten, allein cs fand wirk-lich eine Differenz von 12 bis 16 Secunden statt, die räthsel-liaft blieb, da doch alle geodätischen Bestimmungen in beidenGradmessungen gut mit einander harmoniren. In 14 gemein-schaftlichen Dreiecken beträgt die Differenz weniger als 10Toisen und blos bei einer einzigen Seite etwas mehr als 20Toisen; auch harmonirt die Bestimmung der Entfernung Tor-nca’s von Kittis in der ältern und neuern Messung bis auf 5Toisen. Mithin könnte gedachter Grund jenes grossen Unter-schiedes nur in der Breitenbestimmung liegen. Dennoch zeigtesich auch hier, nämlich da, wo Vergleichungen möglich waren,

1. Monall. Corr, V. S. 561 u. f.