Methoden, die Zeit und Polhöhe zu bestimmen. 135
Die Benutzung der grössten Digressionen des Polarsterns zuBreitenbestimmungen schlugen Pasquich 1 J (im Jahre 1805)und Bürg, dagegen Beobachtungen von Distanzen der Gestirnevon irdischen Gegenständen zur Bestimmung der Zeit v. L i t-trow (im Jahre 1816) vor, zu welchem Zwecke Letzterermehrere zur Berechnung geschmeidige Formeln milthcilte.Eine neue Methode, die Polhöhe zu bestimmen, findet sich inder Zeilschr. f. Astron. HI. S. 208. Soldner zeigte imJahre 1815, wie man astronomische Beobachtungen, sobald siekurz auf einander folgen, auf einen gemeinschaftlichen Zeit-punkt reduciren könne. Bald darauf schrieb Bessel über denEinfluss der Veränderungen des Erdkörpers auf die Polhöhe 2 ).
Methoden, die Polhöhe aus Zenithdistanzen des Polarsterns,welche in irgend einem Punkte seines Parallelkreises mit einemrepetirenden Instrumente beobachtet worden sind, zu berechnen,haben Puissant, v. Littrow (im J. 1822) und Sch wer dvorgcsehlagcn; v. Littrow’s Verfahren scheint sich wegenseiner Einfachheit und Leichtigkeit besonders für die Schiff-fahrt zu eignen. Bereits im Jahre 1816 hatte Möbius einerühmliche Abhandlung: De minima varialione Azimut hi stel-lar um circulos paralleles uniformiler describentium bekanntgemacht, die, wenn gleich nicht eigentlich hierher gehörig,dennoch mit angeführt werden muss 3 ).
Im Jahre 1824 veröffentlichte Mol! weide seine allge-meine directe Auflösung der Aufgabe: aus zwei beobachteten
Sonnenhöhen nebst der Zwischenzeit beider Beobachtungen diegeographische Breite zu finden und im Frühjahr 1828 B o h-nenberger 4 ) seine kleine Abhandlung, den Gebrauch desPolarsterns als Meridianzeichen betreffend.
Schon ein Jahr früher lehrte Hausteen, w'ie man miteinem Spiegelsextanten genaue Zeitbestimmungen auf eine ganzeigenthümliche Weise erlangen kann. Soldner hatte nämlichfrüher gezeigt, wie man aus absoluten Höhen Oder Zenithdi-
1. Monntl. Corr. XII. S.460; XVIII. S. 3.
2. Zeilschr. f. Astron. V. S. 25 «. f.
3. Zeilschr. f. Astron. III. S. 82.
4. Astron. Nachr. No. 135.